Pressemitteilung-Detail

Wissenschaft nicht aus der Distanz betrachten
Rektor Prof. Dr. Dr. Alexander Prange als Gastprofessor an das Nationale Synchrotron Radiation Center der Universität Krakau eingeladen
Iserlohn / Krakau. Der Rektor der Fachhochschule Südwestfalen Prof. Dr. Dr. Alexander Prange ist erneut als Gastprofessor für Forschung an das Nationale Synchrotron Radiation Center SOLARIS der Jagiellonen-Universität Krakau berufen worden. Die Einladung für den Zeitraum 2026 bis 2028 würdigt damit seine Beiträge zu mikrobiologischen und agrarwissenschaftlichen Forschungsanwendungen auf dem Gebiet der Röntgenabsorptionsspektroskopie.
Wer Hochschulen gestalten will, sollte die Wissenschaft nicht aus der Distanz betrachten. Mit diesem Selbstverständnis setzt Rektor Prange bewusst ein Zeichen. Seine Professur für Lebensmittel-Mikrobiologie und Futtermittelsicherheit am Fachbereich Agrarwirtschaft ist für ihn mehr als nur ein Titel. Auch wenn das Amt des Rektors heute seinen Arbeitsalltag maßgeblich bestimmt, sieht er die Verbindung von Hochschulentwicklung, Lehre und Forschung als unverzichtbar: „Akademische Führung und Forschung sind kein Widerspruch, sondern können sich gegenseitig stärken“, betont Prange.
Gerade darin liegt die besondere Bedeutung seiner Gastprofessur. Prange war bereits in den vergangenen vier Jahren als Gastprofessor in Krakau tätig und hat gemeinsam mit SOLARIS EU-Forschungsmittel eingeworben. Zudem ermöglichte er Kollegen der Fachhochschule Südwestfalen einen Zugang zu dieser renommierten Großforschungseinrichtung. Auch zukünftig wird Prange eng mit dem polnischen Forschungsteam zusammenarbeiten, insbesondere in den Bereichen Biologie, Lebensmittelwissenschaften und Landwirtschaft.
Prange arbeitet seit rund 25 Jahren mit Methoden der Röntgenabsorptionsspektroskopie und hat in diesem Forschungsfeld zahlreiche zentrale wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht. Durch die aktuelle Einladung stehen ihm jährlich drei bis vier mehrtägige Messzeiten zur Verfügung, in die er auch andere Kollegen einbinden kann. So wird er neben seiner vorrangigen Tätigkeit als Rektor seine fachliche Arbeit fortführen und gemeinsam mit internationalen Partnern neue Ansätze weiterentwickeln.
Für die Hochschule entsteht daraus ein besonderer Mehrwert: Zum einen profitieren Forschende und wissenschaftlicher Nachwuchs unmittelbar vom fachlichen Austausch und neuen Impulsen. Zugleich fließen Perspektiven aus der Forschung direkt in die Weiterentwicklung der Hochschule ein. „Gerade in Zeiten dynamischer wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen macht die Hochschule damit deutlich, dass gute Hochschulsteuerung ohne Nähe zur Forschung kaum denkbar ist“, so Prange.
Gastprofessur der Jagiellonen-Universität ist Ehrenauszeichnung
Die Gastprofessur ist eine Ehrenauszeichnung, die nicht mit finanziellen Zuwendungen verbunden ist. Der Gastprofessor kann allerdings während seiner Tätigkeit ein eigenes Büro nutzen sowie auf administrative Unterstützung seitens der Universität Krakau zurückgreifen. Die Jagiellonen-Universität in Krakau ist eine der ältesten Universitäten Europas. Sie wurde 1364 vom polnischen König Kasimir dem Großen gegründet. 1817 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Namen.
Zu ihren berühmtesten Studenten zählen der Astronom Nikolaus Kopernikus und Papst Johannes Paul II. Heute zählt die Universität Krakau knapp 40.000 Studierende. SOLARIS ist das Nationale Synchrotron-Strahlungszentrum und die einzige Großforschungseinrichtung dieser Art in Mittelosteuropa. Es wurde 2015 unter der Schirmherrschaft der Jagiellonen-Universität erbaut und befindet sich auf dem Campus der Universität Revival im südlichen Teil der Stadt.