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FH-Storys

Von der Controllerin zur Datenwissenschaftlerin

Britta Veenaas studierte berufsbegleitend Data Science und erhielt für ihre Masterarbeit einen Best Paper-Award der Universität von Hawaii

Eigentlich wollte Britta Veenaas nach ihrer ersten Master-Arbeit nie wieder eine wissenschaftliche Arbeit schreiben. Jetzt hat die Finanzcontrollerin berufsbegleitend an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede einen Master in Data Science draufgesetzt – und mit ihrer Abschlussarbeit einen Best Paper-Award auf einer Konferenz an der Universität von Hawaii gewonnen.

Vom Controlling inspirierte Masterarbeit in Data Science

Veenaas arbeitet im Controlling an einer Uni-Klinik. Das Thema ihrer Masterarbeit im berufsbegleitenden Studiengang Data Science brachte sie aus dem Klinikalltag mit. Die Fragestellung: Wie kann man Dienstpläne von Pflegekräften bei kurzfristigen Störungen wie Krankheitsfällen mittels Algorithmen kurzfristig umplanen? „Der Clou sollte dabei sein, dass der originale Dienstplan möglichst nicht vollständig neu aufgestellt, sondern nur geflickt wird“, so Veenaas. So sollten Beschäftigte ihr Leben durch die Dienstplanänderungen nicht immer neu ausrichten müssen und den Plan mit wenig Koordination neu aufstellen können.

Datenprobleme und Dienstplan-Generator

Das Problem: Für die Entwicklung eines solchen Algorithmus benötigte Britta Veenaas Daten, die in der Regel strengen Datenschutzrichtlinien unterliegen. „In diesem Bereich wird wenig Forschung betrieben, deshalb gibt es kaum standardisierte Datensätze“, erklärt Veenaas. Aus diesem Grund erstellte sie selbst Benchmark-Datensätze, glich diese mit verfügbaren Standard-Datensätzen ab und adaptierte sie. Auf Basis der Datensätze erstellte sie zudem einen Generator, mit dem sich Dienstpläne aufstellen und stören lassen. Der Generator ist flexibel einstellbar, so dass beispielsweise große oder kleine Krankenhäuser simuliert werden können.

Britta Veenas (2. v. l.) mit Ihrem Betreuer Prof. Dr. Benjamin Buchwitz (2. V. r.) bei der Verleihung des Best Paper-Awards an der Universität von Hawaii

Zur Konferenz nach Hawaii

Auf Empfehlung ihres Betreuers Prof. Dr. Benjamin Buchwitz reichte Britta Veenaas Anfang 2026 einen Teil ihrer Arbeit als Beitrag für die Hawaii International Conference on System Sciences ein, eine der renommiertesten Konferenzen im Bereich Informationssysteme. Ihr Beitrag wurde angenommen und Veenaas flog nach Hawaii, um dort ihre Ergebnisse vorzustellen. „Forscherinnen und Forscher können mit meinem Framework selbst Forschungsfragen modellieren und auf eigene Datensätze anwenden“, erzählt die Absolventin. „Das hat offenbar einen Nerv getroffen.“ Ihr Beitrag - im Fachjargon „Paper“ - setzte sich im Track “Information Technology in Healthcare” unter fünf Nominierungen als bestes Paper durch.Interesse an Informatik

Abseits alltäglicher Arbeitsroutinen

Nach ihrem ersten Studium in Wirtschaftswissenschaften und Controlling drehte sich Veenaas Arbeitsleben zunächst um Euros. Schon nach einem Jahr im Job probierte sie aber nebenberuflich ihr Interesse an Informatik aus, fand eher zufällig in den Studiengang Data Science. Heute beschäftigt sie sich gerne mit Operations Research, mit großen Datenmengen und mit Mustererkennung. Sie hat Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten gefunden: „Ich möchte gerne anders gefordert werden als in täglichen Arbeitsroutinen“.

Promotion an der Fachhochschule

In Kürze beginnt die Absolventin eine Promotion am Standort Hagen der Fachhochschule Südwestfalen. Hier will sie an ihrem Thema der algorithmischen Optimierung von Pflegedienstplänen weiterforschen. Vor allem an der Frage, warum bisherige Forschungsergebnisse weltweit nicht im Alltag in der Pflege ankommen.

„So kann ich als Datenwissenschaftlerin vielleicht dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen.“
Britta Veenaas