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Der Buchtipp des Monats

Wir laden Sie herzlich ein, einen eigenen Buchtipp beizusteuern. Senden Sie Ihre Empfehlung bitte per E-Mail an: e-Auskunft@fh-swf.de. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

April 2026: "Über Tyrannei" – ein Tipp von Mónica Torres González (Bibliothekszentrale Hagen)

Timothy Snyder ist ein US-amerikanischer Historiker und Holocaust-Forscher, der an der Munk School of Global Affairs & Public Policy der Universität Toronto tätig ist. Im Jahr 2017 verfasste er dieses Buch als Antwort auf den Aufstieg der politischen Polarisierung in den USA und stellt zwanzig Lektionen zusammen, damit die Leser*innen rechtzeitig reagieren können, bevor es zu spät ist. Das Buch behält auch heute noch Relevanz und wird in einer ansprechenden Form als Graphic Novel für die Zielgruppe der jüngeren Leser*innen präsentiert.

Nora Krug, eine deutsch-amerikanische Illustratorin und Autorin, übersetzt die Ideen des Autors durch eigene Zeichnungen, historische Abbildungen, Familienfotos und Aktenfaksimiles. Ihr Stil ist einzigartig und leicht erkennbar, geprägt von Collage- und Handschriftentechniken, die an ein Tagebuch erinnern. „Über die Tyrannei“ wurde bereits als eines der schönsten deutschen Bücher von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. Krugs Buch „Heimat: Ein deutsches Familienalbum“ greift ähnliche Themen auf, wie den Holocaust und Rechtsextremismus, und deren Einfluss auf die neue Generation.

Als ich „Über die Tyrannei“ in meinen Händen hielt, erkannte ich sofort die Illustrationen von Nora Krug und bewunderte, wie sie es geschafft hat, Snyders Ideen bildlich zu vermitteln. Die Graphic Novel ist besonders empfehlenswert für diejenigen, die Politik auf eine andere Weise erleben möchten. Sie ist Teil des Bestands der Fachbibliothek Meschede.

Januar 2026: "Bandit" - ein Tipp von Bruce Ranney (TBW)

Ranney, Bruce: Bandit. Parson's Porch, 2025. ISBN 979-8-89532-039-6

Bandit erzählt die Geschichten mehrerer Figuren, die auf überraschende Weise miteinander verknüpft sind – und beginnt mit Bandit, dem Waschbären. Bei einem seiner üblichen Mülltauchausflüge trifft er auf Rich, einen Bauunternehmer und außer Kontrolle geratenden Alkoholiker, dessen Leben bald eng mit einer kriminellen Welt verknüpft wird. Rich arbeitet für Mack und Darleen Voldelig, die als führende Cannabis-Produzenten in den Bergen von Südoregon ein florierendes illegales Geschäft betreiben. Wir schreiben das Jahr 2012, und die Entkriminalisierung von Cannabis in vielen US-Bundesstaaten bringt Mack dazu, das riskante Geschäft verlassen zu wollen – sehr zum Missfallen seiner Frau, die an dem Erfolg der Unternehmung hängt. Richs Kollege Jeffery Devolder, ein Buchhalter, der für die Geldwäsche zuständig ist, profitiert gut von seinem Job, doch auch er steht vor persönlichen und moralischen Konflikten. Parallel dazu kämpft Richs Nachbar Gary Coons mit einer tödlichen Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er beschließt, seine Krankheit geheim zu halten, um seine Frau nicht zu belasten und keine finanziellen Bürden zu hinterlassen. Garys Frau Charlie sieht sich zunehmend mit den Schwächen ihres Mannes konfrontiert und erkennt, dass sie zu lange ihre eigenen Bedürfnisse hinter Karriere, Ehe und Mutterschaft zurückgestellt hat – nun ist es an der Zeit, ihr Leben neu auszurichten.

Durch all diese menschlichen Geschichten zieht sich Bandits eigene Handlung. Der Waschbär ist älter und reflektiert sein Leben, gefangen in alten Gewohnheiten, aber dennoch ein Symbol für Resilienz und Achtsamkeit. Seine Beobachtungen und sein Überlebensinstinkt spiegeln die Kämpfe der Menschen wider, geben ihnen Orientierung und verdeutlichen die Parallelen zwischen tierischer Intuition und menschlicher Selbstfindung.

Bandit ist somit mehr als nur eine Geschichte über Menschen und ein Tier: Es ist ein komplexes Porträt von Entscheidungen, Moral, Lebensübergängen und der Suche nach einem Sinn – ein Buch, das gleichzeitig Spannung, Tiefgang und überraschende Verbindungen bietet.

Februar 2026: "Vielleicht ist die Liebe so" – ein Tipp von Wiltrud Bünger (Bibliothek Meschede)

Früh, Katja: Vielleicht ist die Liebe so. Diogenes, 4. Aufl., 2025. ISBN 978-3257073447

Dieses Buch handelt von einer toxischen Mutter/Tochter Beziehung. Tochter Anja, die ihr Leben lang um die Liebe zu ihrer Mutter gekämpft hat, versucht verzweifelt, ihre Mutter davon abzubringen, mit Hilfe einer Sterbeorganisation aus dem Leben zu treten. Dazu spricht sie mit Freunden und Therapeuten über ihre schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Sie fühlt sich schuldig und ist mit der Situation überfordert.

Der Roman thematisiert selbstbestimmtes Sterben, schwierige Beziehungen und die Suche nach dem Selbstwertgefühl auf humorvolle, einfache Weise.

März 2026: "Drei Tage im Schnee" – ein Tipp von Sylke Kupfer (Bibliothek Iserlohn)

Bhatter, Ina: Drei Tage im Schnee. Kiepenheuer & Witsch, 2. Aufl., 2025. ISBN 978-3-462-00947-7

In unserer schnelllebigen, lauten Welt fühlen wir uns oft gehetzt und getrieben von all den Dingen, die scheinbar unbedingt noch erledigt werden müssen. Im ständigen Bemühen, uns selbst zu optimieren und den Anforderungen des Lebens standzuhalten, verlieren wir zunehmend die Ruhe. Wie Rädchen im Uhrwerk der Zeit laufen wir mit, damit alles unaufhaltsam weitergeht.

Und doch gibt es diese stillen Momente, in denen wir uns an unsere Kindheit erinnern, an jene Ruhe, die wir heute so sehr vermissen. Damals wussten wir noch, was uns wirklich Freude bereitete, wofür wir brannten und wovon wir träumten. Was ist davon geblieben?

Die Geschichte von Ina Bhatter erzählt von einer jungen Frau, die sich eine Auszeit nimmt und drei Tage in einer Hütte im verschneiten Wald verbringt. In der Stille des Schnees begegnet sie nicht nur sich selbst, sondern auch jemandem, der ihr Leben auf besondere Weise berührt.

Eine warmherzige Erzählung über das Innehalten, über Erinnerungen und darüber, wie viel drei Tage verändern können.