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FH-Storys

Maschinenbau-Bachelorarbeit in Neuseeland

Entwicklungsziel Kerosin sparen: Maschinenbau-Student Lukas Hamm aus Meschede absolvierte seine Bachelorarbeit in einem Forschungsprojekt

Für Lukas Hamm aus Schmallenberg war es die richtige Entscheidung. Er schloss sein Maschinenbau-Studium an der Fachhochschule Südwestfalen mit einem sechsmonatigen Aufenthalt in Neuseeland ab. Dort schrieb er in einem Projekt des Robinson Research Institute der Victoria University seine Bachelorarbeit.

Aus dem Sauerland nach Neuseeland

Lukas Hamm könnte man als bodenständigen Sauerländer beschreiben. Er stammt aus Schmallenberg-Mailar, absolvierte eine Ausbildung zum Mechatroniker. Vor und während seines Maschinenbau-Studiums arbeitete er in einem heimischen Unternehmen. Mit Unterstützung seines Professors Dr. Patrick Scheunemann freundete sich Hamm mit dem Gedanken an, seine Abschlussarbeit bei einer Partnerhochschule in Neuseeland zu schreiben. Ein Stipendium erleichterte die Entscheidung. „Wenn man es jetzt nicht macht, macht man es nie“, dachte sich Lukas Hamm – und flog nach Wellington.

Wenn man es jetzt nicht macht, macht man es nie.

Lukas Hamm

Entwicklungsziel: Kerosin sparen

„Ich wusste nur, dass ich dort irgendwas mit einem Generator machen sollte“, erinnert sich Hamm. Konkret arbeitete er dann an der Entwicklung eines Isolationssystems für eine supraleitende Spule in Generatoren mit. Eine Technologie, die künftig in Flugzeuge eingebaut werden soll, um Energie in Form von Kerosin einzusparen. Das Robinson Research Institute ist spezialisiert auf die Anwendung von Supraleitern. Der Sauerländer arbeitete dort in einem internationalen Team aus etwa 25 Doktoranden und Wissenschaftlern.

Kein perfektes Englisch nötig

Täglich ging es für Lukas Hamm mit dem Bus ins Institut. Betreut durch einen Supervisor arbeitete er sich ins Thema ein, machte Laborversuche und wertete diese aus, plante, konzeptionierte und schrieb seine Bachelorarbeit. „Nach etwa zwei bis drei Monaten hatte ich mich richtig eingelebt“, erzählt Hamm. Die Kollegen machten es ihm aber leicht: „Die Neuseeländer sind lockerer als die Deutschen, einfach super nett und hilfsbereit.“ Eine wichtige Erkenntnis für Lukas Hamm war, dass er kein perfektes Englisch benötigte, um hier sehr weit zu kommen.

Impressionen aus Neuseeland

Zeit- und Projektmanagement als Herausforderung

Die größte Herausforderung lag hingegen im Zeit- und Projektmanagement. Hamm musste zunächst das Verhalten von Komponenten in Temperaturen von minus 196 Grad Celsius einschätzen lernen. Zudem arbeitete er im Bereich des sogenannten Vacuum-Engineerings. „Das war völlig anders als unter den mir bekannten Normalbedingungen“, so Hamm. „Hier ging es um die Auslegung hochpräziser Komponenten zur Vakuumabdichtung und das Verständnis des Werkstoffverhaltens unter diesen extremen Bedingungen.“

Maschinenbau-Abschluss mit Auszeichnung

Letztlich setzte Hamm seine Aufgaben erfolgreich um. Die Ergebnisse seiner mit sehr gut bewerteten Arbeit fließen in die Forschung des Instituts ein. Zuhause gab es noch eine Auszeichnung des Vereins der Freunde und Förderer der Fachhochschule Südwestfalen obendrauf. Neben der Begeisterung für die Schönheit Neuseelands nimmt Hamm vor allem eines mit: „Mit dem im Studium gelernten Handwerkszeug kann man nahezu alles umsetzen.“ Außerdem das Motto, dass ihm ein neuseeländischer Professor mit auf den Weg gegeben hat: „Ingenieure sind dazu da, Probleme zu erkennen und zu lösen.“

Mit dem im Studium gelernten Handwerkszeug kann man nahezu alles umsetzen.

Lukas Hamm