Pressemitteilung-Detail

Jura erlebbar und handhabbar machen
Dr. Susanne von Ameln übernimmt Budde-Stiftungsprofessur für Lebensmittel-, Klimaschutz- und Umweltrecht an der FH Südwestfalen
Soest. Dr. Susanne von Ameln ist zum 1. März als Professorin in den Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen am Standort Soest berufen. Sie übernimmt dort die Budde-Stiftungsprofessur für das neu eingerichtete Forschungs- und Lehrgebiet Lebensmittel-, Klimaschutz- und Umweltrecht.
Die gebürtige Münchnerin hat in Bayreuth Jura studiert, ihr Referendariat in München und Budapest absolviert. Erste Erfahrungen in der Hochschulwelt sammelte die Anwältin für öffentliches Recht im Justitiariat der Hochschule Niederrhein. „Dort war ich schnell fasziniert von Forschung und Lehre und habe mit etwas Sehnsucht auf die Arbeit der Professorinnen und Professoren geschaut“, erzählt von Ameln. Sie bekam die Möglichkeit einer interdisziplinären Promotion und wurde später im Rahmen des sogenannten Tandems-Programms der Hochschule Niederrhein gefördert.
Ihre Dissertation schrieb sie nicht in Jura, sondern in theoretischer Medizin an den Schnittstellen zwischen Jura und Naturwissenschaften über Selen-haltige Nahrungsergänzungsmittel und mit Selen angereicherte Pilze vor dem Hintergrund internationaler Unterschiede im Lebensmittelrecht. Von Ameln entschied sich für eine akademische Laufbahn und arbeitete für die Qualifizierung auf eine Professur parallel für den DEHOGA, den Deutschen Hotel- und Gaststättenbundesverband in Berlin.
„Durch das bioverfügbare Selen in einer Pilzmahlzeit lässt sich der Selen-Bedarf decken, den wir beispielsweise für unser Immunsystem benötigen“, erklärt die Professorin. Aber: „In der EU sind bestimmte bioverfügbare Selenverbindungen in zum Beispiel angereicherten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln nicht zulässig, hier muss man auf Nahrungsergänzungsmittel mit chemisch hergestelltem Selen zurückgreifen.“ Für von Ameln ein interessantes Beispiel für Handlungsmöglichkeiten und -bedarfe an den Schnittstellen von Medizin, Naturwissenschaften und Recht.
Beim DEHOGA arbeitete sie ebenfalls im Bereich des Lebensmittelrechts und sammelte Erfahrungen in der selbständigen Lehre wie auch schon zuvor mit einem Lehrauftrag an der Hochschule Rhein-Waal.
Die Faszination für derartige Themen nimmt sie nun mit in ihre Tätigkeit an der Fachhochschule Südwestfalen. Im Fachbereich Agrarwirtschaft unterrichtet und forscht sie in den Themenfeldern Ernährung und Futtermittel, Landwirtschaft, Umweltrecht, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. In ihren Vorlesungen und Seminaren geht es künftig darum, ein Gespür für Lebensmittelrecht, Umweltrecht, und angrenzende Rechtsgebiete zu entwickeln.
Studierenden möchte sie dabei die Berührungsängste zu Jura nehmen. „Ich möchte Jura erlebbar und handhabbar machen“, sagt von Ameln. An konkreten Fällen sollen Studierende juristisch argumentieren lernen und in der Lage sein, Urteile zu lesen. Dabei gehe es nicht um richtig oder falsch, sondern um den Bezug zu konkreten Anwendungen in der Agrarwirtschaft - beispielsweise zu ganz praktischen Fragen des Verkaufs von Produkten auf dem Hof, wie Verpackung, Kennzeichnung oder Haftung.
Unterstützung durch die Budde-Stiftung