Pressemitteilung-Detail

Welche Fledermäuse leben im Iserlohner Stadtwald?
Studentinnen des Studiengangs Angewandte Biologie der Fachhochschule Südwestfalen haben Nistkästen an Bäumen angebracht
Iserlohn. Hochschule findet natürlich nicht nur in der Hochschule statt. Manchmal auch im Wald. So haben fünf Studentinnen des Studiengangs Angewandte Biologie der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn jetzt rund um den Ballotsbrunnen im Iserlohner Stadtwald Nistkästen für Fledermäuse aufgehängt. Ob und wann welche Fledermausart einzieht, soll dann Auskunft über den heimischen Bestand geben. Denn darüber gibt es bisher kaum gesicherte Informationen.
Was das Wissen um die Fledermauspopulation betrifft, ist der Iserlohner Stadtwald bisher ein blinder Fleck. Es gibt kaum Erkenntnisse darüber, welche Arten in welcher Zahl hier heimisch sind. Das soll sich ändern. Fünf Studentinnen der Fachhochschule Südwestfalen haben dazu eine Allianz mit dem NABU Märkischer Kreis und der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn geschmiedet. In direkter Nachbarschaft des Ballotsbrunnens haben sie drei Nistkästen an freistehenden Bäumen aufgehängt, in die nun Fledermäuse einziehen sollen. Die Nistkästen sind Marke Eigenbau, gefertigt aus recyceltem Holz.
“Wir haben für den Bau ganz viele wertvolle Infos und auch Literatur vom NABU bekommen“, erläutert Franziska Keim-Henneck, die das Projekt mit vier Kommilitoninnen geplant und umgesetzt hat. Vorkenntnisse hatten sich die fünf jungen Frauen nach wissenschaftlicher Anleitung zuvor selbst erarbeitet. „Wir wollten etwas mit Artenschutz machen und haben uns informiert, was genau das hier vor Ort sein kann“, sagt Emily Braun, die wie alle anderen Gruppenmitglieder Angewandte Biologie im vierten Semester studiert. In diesem Studiengang führt das Modul Ökosysteme die Studierenden schon seit einigen Jahren vor die Hochschultür. Nun also in den Iserlohner Stadtwald. Luftlinie nur zwei, drei Steinwürfe vom Audimax entfernt.
Die Wahl der passenden Bäume war dabei alles andere als beliebig und damit auch gar nicht so einfach. „Am besten ruhig, aber auch mit einer freien Einflugschneise“, erklärt Pia Schmitte vom Projektteam. Wichtig ist auch, dass nicht bereits Vögel in die Kästen einziehen können, bevor die Fledermäuse sie überhaupt als potenzielle Nistplätze erkennen. „Deshalb sind sie sehr schmal gebaut und nur von unten durch einen kleinen Spalt anzufliegen“, so Emily Braun. Innen würden die Fledermäuse dann unbearbeitetes raues Holz vorfinden, an dem sie sich gut festhalten können. Ob wirklich welche einziehen, vermag niemand aus der Gruppe zu beurteilen. „Wenn, dann wohl erst zur kommenden Brutzeit“, vermutet Pia Schmitte.
Und auch dann werden die Studentinnen nicht täglich an oder in den Kästen schauen, ob da wirklich jemand wohnt. Die Auswertung soll über Echoortung funktionieren. Über ein fest installiertes Mikrophon soll die Kommunikation der Tiere abgehört und damit ermittelt werden, um welche Art es sich handelt. „Ein tolles Projekt“, findet auch Prof. Dr. Kilian Hennes, der für das Modul Ökosysteme verantwortlich ist. Davon sollen dann übrigens nicht nur die Fledermäuse, sondern auch Schülerinnen und Schüler profitieren. „Jede Gruppe wird ihre Arbeit in einem kurzen interaktiven Video zusammenfassen, diese Videos stellen wir gerne Schulen als Lernressource zur Verfügung, die solche Projekte dann mit dem zusammengetragenen Wissen über das Thema ebenfalls durchführen können“, sagt Kilian Hennes.