Zum Inhalt springen

Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
24.07.2023

Alles begann mit einem abgelehnten Angebot

Ehemaliger Dekan und Prorektor Prof. Dr. Detlev Patzwald geht an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand

Hagen. Prof. Dr. Detlev Patzwald geht nach insgesamt fast 35 Jahren an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand. Er war Senatsmitglied, Dekan, Prorektor. Er hat die Hochschule geprägt. Und umgekehrt. Ein Rückblick auf eine bemerkenswerte Hochschulkarriere. Und ein Ausblick. Denn Prof. Dr. Detlev Patzwald geht, um zu bleiben.

Normalerweise beginnen Geschichten wie diese mit einem angenommenen Ruf an eine Vorgängereinrichtung der Fachhochschule Südwestfalen. Hier liegt der Fall anders. Es ist ein abgelehnter Ruf, der Detlev Patzwald einst in die Spur Richtung Abteilung Hagen der Märkischen Fachhochschule bringt. „Ich hatte zuerst einen Ruf einer anderen Hochschule“, erklärt Patzwald. Doch er zögert. „Ich wollte nach Hagen. Hagen ist meine Heimatstadt, ich wusste um das Potenzial hier und habe etwas gepokert.“ Schließlich kommt der richtige Ruf. Und diesmal schlägt Patzwald sofort ein. Im September 1994 wird er Professor für elektrische Energieversorgung. In Hagen. Diese Vorgeschichte ist wichtig. Sie begründet die Motivation, mit der Prof. Dr. Detlev Patzwald „seine“ Fachhochschule mitprägte.

 

Vielleicht zog es Detlev Patzwald auch deswegen an die Hagener Hochschule, weil er sie kannte. Weil er sie von innen kannte. Bereits 1989 wird er Lehrbeauftragter im Fach Elektrizitäts- und Energiewirtschaft. „So konnte ich reinschnuppern, und die Lehre hat mir einfach unglaublich viel Spaß gemacht“, blickt Patzwald zurück. Er entscheidet sich für eine vollständige berufliche Kehrtwende. „Keine leichte Entscheidung“, sagt er, „der Wechsel aus der Wirtschaft an die Hochschule will gut überlegt sein.“ Bereut hat er den Wechsel anschließend freilich nicht mehr.

 

Vielmehr scheint da etwas zusammengefunden zu haben, was zusammengehört. Patzwald will lehren und forschen. Aber er will auch anpacken, wenn es darum geht, die Hochschule zu formen. Sie zukunftsfähig zu machen. Schon nach zwei Jahren wird er Mitglied im Senat. 2004 wird er Dekan seines Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik. „Ich habe dieses Amt wirklich gerne übernommen“, betont er, „man konnte gestalten und steuern. Das war auch notwendig, denn die Zeiten waren nicht so einfach“. Patzwald verweist damit vor allem auf die nötige Diversifizierung des Studienangebots und die Expansion nach Lüdenscheid. Er bringt den Verbundstudiengang Elektrotechnik sowie den Studiengang Medizintechnik entscheidend auf den Weg. „Das war wegweisend. Sonst hätte es der Fachbereich sehr schwer gehabt“, ist er überzeugt.

Gerade als Detlev Patzwald in seine zweite Amtszeit als Dekan startet, öffnet sich eine neue Tür. Das Telefon klingelt. Rektor Prof. Dr. Claus Schuster ist dran. Er will Patzwald ins Rektorat lotsen. Obwohl er seine Aufgabe als Dekan schätzt, ist diese Entscheidung schnell getroffen. „Ich habe die Chance bekommen, die Hochschule und speziell den Standort Hagen nach vorne zu bringen. Und die wollte ich unbedingt nutzen“, so Patzwald. Von 2008 bis 2014 ist Prof. Dr. Detlev Patzwald Vizepräsident für Studium und Weiterbildung der Fachhochschule Südwestfalen. Parallel und noch längere Zeit anschließend ist er Koordinator des Kooperationsprojektes „Berufsschullehrerausbildung“.

 

Mit dem Monat Juli endet auch Prof. Dr. Patzwalds Professur an der Fachhochschule Südwestfalen. „Die Bilanz ist sehr, sehr positiv“, stellt er schnell klar, „die Arbeit in den Gremien war toll und wichtig. Richtig viel Spaß hat mir die Arbeit mit den Studierenden gemacht. Und davon bleibt ja etwas. Ich habe über 250 Abschlussarbeiten betreut. Diese Absolventinnen und Absolventen arbeiten jetzt überall in dieser Region. Ich durfte dazu beitragen Karrieren zu formen, die nun einen gewissen Einfluss auf unsere Region haben. Das ist ein schönes Gefühl“.

 

Und in dieser Mission wird Detlev Patzwald weiter wirken. Er bleibt der Hagener Hochschule als Lehrbeauftragter im Verbundstudiengang Elektrotechnik erhalten. Auch Abschlussarbeiten wird er weiterhin betreuen. Warum? „Weil es Spaß macht und mich fordert“, antwortet Patzwald. Wie lange? „Das weiß ich nicht. Die Zukunft wird es zeigen.“