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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
05.07.2022

FH-Studierende gewinnen internationalen Wettbewerb

BA-Team legte schlüssiges Konzept zur Lösung eines Umweltkonflikts vor

Soest. Ein studentisches Team der Fachhochschule Südwestfalen in Soest hat den renommierten Wettbewerb „Global Dispute Resolution Competition 2022“ des New York Institute of Technology (NYIT) gewonnen. Vier Studierende legten einen handfesten Ideenkatalog vor, wie mit einem Umweltkonflikt in den USA umzugehen ist.

Ausgangspunkt des jährlich ausgelobten Wettbewerbs war keine fiktive Aufgabe, sondern eine echte Diskussion um ein Umweltthema mit enormer Brisanz. Das Unternehmen Enbridge Inc., das in Kanada und den USA das weltweit größte Rohöl- und Flüssigkeiten-Pipeline-System betreibt, möchte eine Pipeline durch den Lake Michigan legen. Der Gouverneur von Michigan sowie Umwelt-NGOs wollen das Vorhaben stoppen. Die Aufgabe der Studierenden war es, die Rolle von Mediatoren zu übernehmen und Konzepte und Lösungen zu erarbeiten, um den Interessenskonflikt zu entschärfen.

 

Abu Talha, Rezaul Karim, Mwaka Christine und Mohammod al Amin studieren Business Administration with Informatics und sind als Team der Fachhochschule Südwestfalen im Wettbewerb an den Start gegangen. Ihr Konzept kam bei der Jury so gut an, dass sie sich in mehreren Runden gegen Teams aus der ganzen Welt durchsetzen und ihre Ideen schließlich den Beteiligten präsentieren konnten. Konkret haben sie Enbridge als kurzfristige Maßnahme empfohlen, von einem kostspieligen und langwierigen Gerichtsprozess abzusehen und stattdessen einen Mediator einzusetzen. Außerdem haben sie der Bundesregierung von Michigan vorgeschlagen, eine höhere Gewinnsteuer einzuführen und diese Mittel wiederum ökologisch in erneuerbare Energien zu investieren. Eine dritte kurzfristige Maßnahme sieht vor, ein neues, neutrales Gutachten einzuholen, dass bei allen beteiligten Parteien auf mehr Akzeptanz stößt. Langfristig gesehen, können sich die Studierenden vorstellen, die Pipeline in einen Tunnel einzubetten. Der Bau wäre weitaus aufwändiger und teurer, hätte aber den Vorteil, dass im gleichen Zug weitere Leitungen und Kabel für Infrastrukturprojekte wie den Ausbau des Strom- und Kommunikationsnetzes verbaut werden könnten. Mehr Sicherheit für die Umwelt verspricht sich das Team von der dicken Schutzwand des Tunnels.
 

Die Jury hält die kurz- und langfristigen Maßnahmen für eine in sich stimmige und sinnvolle Vorgehensweise. „Tatsächlich läuft bereits ein Antragsverfahren für den Bau des Tunnels“, sind auch Prof. Dr. Dina Dreisbach als betreuende Professorin und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Oleksandr Prokhorov begeistert von der sehr selbstständigen und engagierten Herangehensweise der Studierenden. Das Team freut sich über den ersten Platz im Wettbewerb und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 US-Dollar.