Pressemitteilung-Detail

Vertrauens-Experimente
Prof. Dr. Thomas Schlösser forscht und lehrt zu Methoden der Wirtschaftspsychologie
Meschede. Seit dem 1. Dezember forscht und lehrt Prof. Dr. Thomas Schlösser an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede. Sein Fachgebiet ist die Wirtschaftspsychologie mit dem Schwerpunkt Methoden, sprich Forschungsmethoden zur Erklärung menschlichen Verhaltens im wirtschaftlichen Umfeld.
Schlösser erklärt es am Beispiel des sogenannten Vertrauensspiels: „Stellen Sie sich vor, ich gebe Ihnen 20 Euro und Sie können sich entscheiden, ob Sie diese behalten oder an eine andere Person weitergeben, die dann und nur dann insgesamt 60 Euro erhält.“ Diese andere Person könne dann wählen, ob sie das Geld behält oder beispielsweise 30 Euro zurückgibt.
„Wenn die Interaktion aus Vertrauen schenken und Vertrauenswürdigkeit gelingt, können hier beide profitieren. Die erste Person macht sich aber verletzlich“, erläutert Schlösser. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden zeigte sich in diesen Experimenten zwar bezüglich der Vertrauenswürdigkeit unbekannter Personen pessimistisch, trotzdem sendete eine große Mehrheit das Geld an die zweite Person. Ein möglicher Grund: „Vertrauen schenken ist eine Art Respekt zu zeigen und so einer anderen Person die Möglichkeit zu geben, ihre Vertrauenswürdigkeit zu beweisen.“ Vertrauenssituationen ließen sich überall in der Wirtschaft beobachten, gleich ob bei der Teambildung, bei Veränderungsprozessen in Organisationen oder bei Investitionen in Start-Up-Unternehmen.
Der gebürtige Kölner Schlösser forscht zu den Themen Vertrauen und Gerechtigkeit. In seiner Heimatstadt hat er studiert, in Wirtschaftspsychologie promoviert und sich dort habilitiert, ist aber auch international unterwegs: Forschungsaufenthalte führten ihn an die Cornell University und die University of Michigan. „Ich arbeite gemeinsam mit internationalen Kollegen daran herauszufinden, welche Motive hinter Vertrauen stecken und diese Erkenntnisse in die Anwendung zu bringen“, so Schlösser.