Pressemitteilung-Detail

Forschungsprojekt der FH für Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2022 nominiert
Ausschreibung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
Iserlohn. Ob die FH-Forscher den Preis letztlich erhalten, ist zwar noch nicht sicher, aber eine Auszeichnung ist es für sie auf alle Fälle: Das Forschungsprojekt „Energieeinsparung durch die Anwendung von Zinkknetlegierungen: Untersuchungen zur Massivumformung und Entwicklung eines technologischen Leitfadens zur Verarbeitung dieser Werkstoffe“ der Fachhochschule Südwestfalen ist in der Kategorie Forschung für den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2022 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) nominiert.
Mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis zeichnet das BMWi herausragende Beispiele rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus.
In dem nominierten Forschungsprojekt des Labors für Massivumformung in Iserlohn, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde, geht es um die Anwendung von Zinkknetlegierungen (ZEP) bei Umformprozessen. Die neue leichte, bleifreie Knetlegierung auf Zinkbasis kann als Ersatz für Messing und andere Kupferlegierungen beim Walzen, Pressen, Ziehen oder Schmieden eingesetzt werden. Die Innovation reduziert den CO2-Ausstoß um 40% bei der Erzeugung und Verarbeitung, bei gleichzeitig 53% geringeren Kosten. Die CO2-Einsparung bezieht sich hierbei auf die gesamte Verarbeitungskette von der Werkstoffherstellung bis zum verarbeiteten Produkt. Da die durchschnittliche Verarbeitungstemperatur von ZEP deutlich unter der der Messinglegierung liegt, muss wesentlich weniger Energie zum Aufwärmen des zu verarbeitenden Werkstoffes aufgewendet werden. Zur Information: In der EU werden jährlich 600.000t Messing umformtechnisch verarbeitet.
„In unserem Forschungsprojekt konnten wir erstmals die Prozessgestaltung zur Großserienfertigung mit der neuen Legierung zeigen“, berichtet Projektleiter Prof. Dr. Michael Marré, „die Substitution von Messing durch Zinkknetlegierungen bietet große Potenziale in Bezug auf die Reduktion des CO2 Ausstoßes, der Kosteneinsparung und der Energieeinsparung. Ebenso entfallen Schwermetalle als Legierungsbestandteile. Durch unsere bisherige Forschungs- und Entwicklungsarbeit sehen wir viele branchenübergreifende Einsatzmöglichkeiten dieses neuen Werkstoffes. Zum Beispiel in der Bau- und Sanitärindustrie aber auch für die Elektromobilität mit Vorteilen für Unternehmen und Allgemeinheit“.
Bei ihrer Bewerbung wurde die Fachhochschule Südwestfalen vom Gesamtverband der Deutschen Buntmetallindustrie e.V., der Müller Engineering GmbH & Co. KG, der Grillo-Werke AG, dem Metallpresswerk Hohenlimburg GmbH und der Carl Bechem GmbH unterstützt.
Die Preisverleihung wird voraussichtlich im Spätsommer 2022 in Berlin stattfinden.