Pressemitteilung-Detail

FH-Studierende stechen ein drittes Mal in See
Projekt „FinishING“ solle den Traum vom schwebenden eFoil über dem Möhnesee wahr werden lassen – Abschlusspräsentation Ende Juni
Soest. Gute Ingenieur*innen geben niemals auf! Wer könnte das besser wissen als Prof. Dr. Christian Stumpf, der sich schon in manche technische Knobelaufgabe verbissen hat. Der Erfolg gibt ihm recht: So ist das HexaGo – ein E-Moped aus Vulkanfiber – nach gut acht Jahren Tüftelzeit letztlich doch noch auf die Straße gerollt. So und nicht anders soll es auch dem Ur-Projekt vom fliegenden Teppich auf dem Möhnesee ergehen. Nach „Flying Fiber“ und „Air Surfer“ wollen Studierende ihre Hydrofoil-Surfbretter im dritten Anlauf „FinishING“ endlich über dem Wasser zum Fliegen bringen.
„Das wird Spaß machen. Was ich Ihnen aber auch versprechen kann, Sie werden richtig viel Arbeit haben“, stimmte Prof. Dr. Andreas Brenke, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau-Automatisierungstechnik, die Studierenden zum Kick-off auf das Projekt ein. Dieses Jahr sollen die gut 120 Studierenden der Studiengänge Maschinenbau, Design- und Projektmanagement und Wirtschaftsingenieurwesen im Modul „Angewandte Produktentwicklung“ nicht nur ein funktionstüchtiges eFoil zusammenbauen, sie müssen nebenbei auch noch ein überzeugendes Design entwerfen, die Marke bilden und ein Marketing- und Kommunikationskonzept erarbeiten. Das Ganze zu echten Wettbewerbsbedingungen, denn bei der Abschlusspräsentation am 28. Juni treten wieder zwei studentische Teams mit ihren Boards gegeneinander an.
Damit der „Flug“ nicht zum „Fluch“ über den Möhnesee mutiert, haben Prof. Dr. Christian Stumpf, Dominic Glinka und Kai Laugsch die Aufgabenstellung verfeinert: „Ich möchte die Schmach aus 2019 ungern auf mir sitzen lassen. Deshalb habe ich die vergangenen Wochen genutzt und alles neu gedacht. So steht den Studierenden jetzt ein komplett neuer Antriebsstrang mit 9,1 kW Leistung und drei Kilogramm weniger Gewicht zur Verfügung, es gibt eine neue, größere Tragflügelstruktur für mehr Auftrieb und das Beste: Alle elektrischen Komponenten sind wasserdicht und überstehen ein Bad im See mindestens 30 Minuten lang.“ Dazu soll es aber gar nicht erst kommen. Die Studierenden aus beiden Teams, die sich um die Technik kümmern möchten, müssen nun den Board-Rohling aus Styrodur laminieren und die Komponenten wie Akkus, Motorcontroller, Motor und Antriebsstrang so geschickt verbauen, dass optimale Fahreigenschaften erreicht werden können. Das Ziel lautet nach wie vor: Das Board muss bei exakt dosierter Fahrgeschwindigkeit einige Zentimeter über dem Wasser „schweben“. Mutet zunächst ähnlich einfach an wie die Bauanleitung eines schwedischen Möbelhauses, ist es aber nicht. Maschinenbau-Student Steffen Peveling hat großen Respekt: „Ich bin sehr gespannt, ob’s funktioniert. So viel Arbeit in so kurzer Zeit, das wird hart!“
Zur Abschlusspräsentation am 28. Juni um 10 Uhr im Freizeitpark in Möhnesee-Körbecke sollten die Boards fertig und ausgiebig erprobt sein. Dann bewertet eine Jury die Konstruktion, das Design, die Originalität und das Gesamtkonzept. Schnelligkeit spielt beim Wettrennen auf dem See eine Rolle. Dem Sieger-Team gebührt nicht nur die Ehre, es darf sich zusätzlich über den „Ferchau-Förderpreis“ freuen, wie Jennifer Stollbrock und Juliana Tuna von der Firma Ferchau GmbH verkündeten.