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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
28.01.2008

Neujahrsempfang der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn

Auszeichnung der diesjährigen Preisträger des Dr. Kirchhoff-Preises

Iserlohn, 28.01.08. Drei Absolventen der Fachhochschule Südwestfalen wurden gestern in Iserlohn mit dem Dr. Kirchhoff-Preis ausgezeichnet.

Iserlohn, 28.01.08. Drei Absolventen der Fachhochschule Südwestfalen wurden gestern in Iserlohn mit dem Dr. Kirchhoff-Preis ausgezeichnet. Der mit je 1500 Euro dotierte Preis wird jährlich vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen e.V. in Würdigung der Verdienste von Dr.-Ing. Jochen F. Kirchhoff für diesen Industriezweig vergeben. Er wird für hervorragende Abschlussarbeiten verliehen, die in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen entstanden sind und einen hohen Innovationsgehalt besitzen. Christian Funke, Absolvent des Fachbereichs Informatik und Naturwissenschaften erhielt den Preis für die Entwicklung eines kontinuierlich messenden IR-spektroskopischen Mess-Systems für Anwendungen in der klinischen Chemie. Die Diplomarbeit wurde in Zusammenarbeit mit dem ISAS Institute for Analytical Sciences in Dortmund durchgeführt als Teil des Europäischen Forschungsprojektes CLINICIP. Das Projektziel ist die Entwicklung eines verlässlichen Monitoring – und Steuerungssystems einschließlich Insulinpumpe, mit dem Stoffwechselentgleisungen bei Patienten auf der Intensivstation verhindert werden können. Dies soll speziell bei Patienten nach kritischen chirurgischen Operationen eingesetzt werden, um die Sterblichkeitsrate zu senken. Die von Christian Funke erarbeiteten spektroskopischen Grundlagen zur quantitativen Auswertung von Dialysatspektren und die entwickelten Messtechniken sind ein wesentlicher Baustein bei der Entwicklung des ISAS-Messsystems für die klinische Anwendung. Dadurch konnte die Komplexität des bestehenden Messsystems reduziert werden. Uwe Keunecke, Absolvent des Studiengang Maschinenbau, erstellte in seiner Diplomarbeit eine Produktions- und Fertigungsanalyse einer automatisierten Wasseraufbereitungsanlage mit dem Ziel einer Einführung in die Serienfertigung in Modulbauweise. Kooperationspartner war die Fa. Gwk Wärmetechnik mbH in Kierspe. Die von Gwk produzierte automatisierte Wasseraufbereitungsanlage regelt kompakt und anschlussfertig die Wasserqualität des Kühlwassers in den notwendigen Qualitäten. Sie wird kundenspezifisch hergestellt, eine Fertigung auf Lager erfolgt nicht. Durch die Ergebnisse der Diplomarbeit von Uwe Keunecke konnte die Auftragsdurchführung verbessert werden. Das Unternehmen realisiert heute mit deutlich weniger Ressourceneinsatz die Auftragsbearbeitung bei erheblich kürzerer Lieferzeit. Diese konnte von sechs auf drei Wochen verkürzt werden. Durch die Standardisierung der Auftragsabläufe sowie die Anpassung des konstruktiven Aufbaus und der Konstruktionsstückliste an die Abläufe ergibt sich eine schlankere Prozessstruktur. Mit der Planung und Realisierung eines automatisierten Fertigungssystems zum Fügen zweier Textilgewebeschichten beschäftigte sich Alexander Kleine, ebenfalls Absolvent des Studiengangs Maschinenbau, in seiner Abschlussarbeit bei der Firma Ardmel-Automation Ltd in Glenrothes, Schottland. Das Unternehmen befasst sich mit der Entwicklung und Produktion von Maschinen für die Automation verschiedenster Aufgaben. Die meisten der in Schottland produzierten Maschinen finden ihren Einsatzbereich in der Bekleidungsindustrie zur Herstellung von wetterfester Funktionsbekleidung. Eine wesentliche Neuerung bei den Herstellungsverfahren stellt die fadenlose Verbindung von Textilien dar. Durch diese Technologie können wasserdichte und vor allem dünnere Nähte als bei herkömmlicher Nähtechnologie realisiert werden. Anwendung finden diese Verfahren bei der Herstellung von fadenlosen Säumen, beim Bonden von wasserdichten Reißverschlüssen und bei der Herstellung von nahtlosen Manschetten. Bisher wurden diese Art Säume mit einer manuellen Heißpresse realisiert mit erheblichen Nachteilen in punkto Bedienungskomfort und Wirtschaftlichkeit. Alexander Kleine hat nun ein automatisiertes Fertigungsverfahren entwickelt, das durch einen Mikrocontroller gesteuert wird. Auch die Temperaturregelung erfolgt durch den Einsatz eines Mikrocontrollers. Das in drei Module untergliederte Fertigungssystem bietet gegenüber dem bisherigen Verfahren zahlreiche Vorteile. Zum einen können aufgrund des zyklischen Ablaufs in kurzer Zeit mehrere Produkte gefügt werden und zum anderen ist die Bedienung wesentlich einfacher, da die textilen Halbzeuge, z.B. eine Jackenaußentasche, auf einem Tisch positioniert werden und nicht wie bisher direkt auf einer Heizplatte. Die Preisverleihung wurde in diesem Jahr im Rahmen des Neujahrsempfangs der Hochschule vorgenommen. Rund 150 Vertreter aus Hochschule, Politik, Wirtschaft und Medien fanden sich am Frauenstuhlweg ein. Rektor Prof. Dr. Jörg Liese nahm die Gelegenheit wahr, um über das Zukunftskonzept der Hochschule zu informieren. Die Hochschule plant eine Erweiterung desStudienangebots und der Standorte.