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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
03.07.2007

Know- how-Transfer von Iserlohn nach Schottland

Diplomand der FH Südwestfalen in Iserlohn konstruiert automatische Heißpresse für das Heißverkleben von Textilien bei Firma in Schottland

Angesichts der momentanen Regenperiode in unseren Gefilden führt sie mal wieder die Hitliste der bevorzugten Bekleidungsstücke an: Die wasserdichte Outdoorjacke. Beim nächsten Griff zur Regenjacke sollte der Blick einmal auf die Reißverschluss- oder Taschennähte der Jacke gerichtet werden.

Angesichts der momentanen Regenperiode in unseren Gefilden führt sie mal wieder die Hitliste der bevorzugten Bekleidungsstücke an: Die wasserdichte Outdoorjacke. Beim nächsten Griff zur Regenjacke sollte der Blick einmal auf die Reißverschluss- oder Taschennähte der Jacke gerichtet werden. Man wird feststellen, dass die einzelnen Teile der Jacke fadenlos miteinander verbunden sind. Hinter der fadenlosen Verbindung von Textilien verbirgt sich eine ausgefeilte Technologie, mit der sich Alexander Kleine in seiner Diplomarbeit an der Fachhochschule Südwestfalen beschäftigt hat. Und zwar nicht im Iserlohner Labor der Hochschule, sondern im Rahmen seines Praxissemesters bei der Firma Ardmel-Automation Ltd. im schottischen Glenrothes. Das Unternehmen befasst sich mit der Entwicklung und Produktion von Maschinen für die Automation verschiedenster Aufgaben. Die meisten der in Schottland produzierten Maschinen finden ihren Einsatzbereich in der Bekleidungsindustrie zur Herstellung von wetterfester Funktionsbekleidung. Eine wesentliche Neuerung bei den Herstellungsverfahren stellt die fadenlose Verbindung von Textilien dar. Durch diese Technologie können wasserdichte und vor allem dünnere Nähte als bei herkömmlicher Nähtechnologie realisiert werden. Anwendung finden diese Verfahren bei der Herstellung von fadenlosen Säumen, beim Bonden von wasserdichten Reißverschlüssen und bei der Herstellung von nahtlosen Manschetten. Auch Säume von Sakkos werden auf diese Art und Weise befestigt. Bei der Herstellung einer wasserdichten Outdoorjacke beispielsweise wird ein wasserdichter Reißverschluss mit Hilfe eines schmelzbaren Polyethanfilms unter Druck- und Hitzeeinwirkung auf das Kleidungsstück gepresst. Die zu fügenden Materialien werden also in einer Art Heißklebeverfahren verbunden. Dieses Verfahren ist weniger zeitintensiv als das herkömmliche Aufnähen und bietet zusätzlich den Vorteil der vollständigen Wasserdichtigkeit, da keine Perforation durch Nadeln vorliegt. Bisher wurden diese Art Säume mit einer manuellen Heißpresse realisiert mit erheblichen Nachteilen in punkto Bedienungskomfort und Wirtschaftlichkeit. Alexander Kleine hat nun ein automatisiertes Fertigungsverfahren entwickelt, das durch einen Mikrocontroller gesteuert wird. Auch die Temperaturregelung erfolgt durch den Einsatz eines Mikrocontrollers. Das in drei Module untergliederte Fertigungssystem bietet gegenüber dem bisherigen Verfahren zahlreiche Vorteile. Zum einen können aufgrund des zyklischen Ablaufs in kurzer Zeit mehrere Produkte gefügt werden und zum anderen ist die Bedienung wesentlich einfacher, da die textilen Halbzeuge, z.B. eine Jackenaußentasche, auf einem Tisch positioniert werden und nicht wie bisher direkt auf einer Heizplatte. Nicht nur die Firma Ardmel-Automation war von der automatisierten Heißpresse, die eine wesentlich wirtschaftlichere Produktion ermöglicht, begeistert. Auch der Betreuer der Diplomarbeit, Prof. Dr. Heinrich Reents vergab die Bestnote für die Arbeit. Und Alexander Kleine? Der möchte die in Schottland gemachten Erfahrungen nicht missen und kann jedem nur empfehlen, seine Studienabschlussarbeit im Ausland zu erstellen.