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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
12.03.2007

Mit Tutorien erfolgreicher studieren

Fachhochschule Südwestfalen bildet gezielt studentische Tutoren aus. Finanzierung aus Studienbeiträgen

Fast jeder Studierende kennt die Situation: Das Studium läuft eigentlich rund, wenn das Fach "xy" nicht wäre. Der erste und zweite Klausurversuch ist daneben gegangen, die Angst, es im dritten Anlauf nicht zu schaffen wächst und wohlmöglich scheitert das ganze Studium an einem einzigen Fachgebiet.

Fast jeder Studierende kennt die Situation: Das Studium läuft eigentlich rund, wenn das Fach "xy" nicht wäre. Der erste und zweite Klausurversuch ist daneben gegangen, die Angst, es im dritten Anlauf nicht zu schaffen wächst und wohlmöglich scheitert das ganze Studium an einem einzigen Fachgebiet. Auch Prof. Dr. Rainer Herbertz, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn, kennt die Problematik und hat Gegenmaßnahmen ergriffen. Im Wintersemester wurden hier 18 Tutoren gezielt qualifiziert, um zukünftig außerhalb der Pflichtveranstaltungen ihren Kommilitonen auf die Sprünge zu helfen. "Als Dienstleister im Ausbildungsbereich sind wir dazu verpflichtet mehr Lehrunterstützung anzubieten" ist Herbertz überzeugt. "Gleichzeitig möchten wir damit die auch bei uns noch zu hohe Studienverweildauer und Abbrecherquote minimieren". Der Fachbereich hat daher insgesamt 23.000 Euro aus Studienbeitragsmitteln in den Einsatz von studentischen Tutoren investiert, die sowohl die Erstsemesterstudierenden betreuen als auch speziell den höheren Semestern in den schwierigen Fächern Hilfestellung geben, damit es zukünftig bereits im ersten Anlauf mit der Klausur klappt. Für Herbertz ist dies der richtige Weg, denn "die Studenten kennen aus eigener Erfahrung die kritischen Fächer wie Technische Mechanik, Mathematik oder Strömungslehre, sie besitzen bereits selber eine hohe Qualifikation und sind in der Lage, ihre Mitstudenten auf gleicher Augenhöhe zu unterstützen". Qualifiziert wurden die Tutoren von Dr. Birgit Szczyrba von der Geschaftstelle Hagen des Netzwerks für Hochschuldidaktische Weiterbildung der Fachhochschulen in NRW. Auf dem Lehrplan standen beispielsweise Strategien der Informationsverarbeitung, Planung, Durchführung und Sicherung von Lern- und Arbeitseinheiten, Steuerung von Lernprozessen sowie didaktische Methoden. Für Predag Cavnic, Student im Studiengang Automotive und frisch qualifizierter Tutor, liegt der Efolg dieser Maßnahme auf der Hand: " Früher haben wir eher intuitiv und aus dem Bauch heraus die Tutorien geleitet. Nach dem Fortbildungsseminar sind wir in der Lage, die Veranstaltungen strategischer, systematischer und besser vorbereitet durchzuführen. Wir können die Tutorien souveräner und mit höherer didaktischer Fachkompetenz leiten. Darüber hinaus, ist sich Predag Cavnic sicher, hat er durch die Fortbildung auch Anregungen für eigene Lernstrategien erhalten. Eine Einschätzung, die auch Torsten Dünninghaus, Maschinenbaustudent, voll unterstützt. Für ihn als angehenden Ingenieur war es besonders spannend, sich im Rahmen der Fortbildung auch mit geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen auseinander zu setzen: "Ich habe dort beispielsweise kennengelernt, dass man Wissen auch anders als durch Frontalunterricht vermitteln kann". Bereits im abgeschlossenen Wintersemester haben die Tutoren während ihrer Qualifizierung Tutorien geleitet. Aus Sicht von Prof. Herbertz konnte eine Verbesserung der Ergebnisse festgestellt werden, die in den nächsten Semestern jedoch noch weiter evaluiert wird.