Pressemitteilung-Detail

Das Schicksal der Kindersoldaten:
Ausstellung in der Fachhochschule Südwestfalen will aufmerksam machen
Iserlohn, 12.02.07. "Heute ist Red Hand Day": Mit diesen Worten begrüßte FH-Rektor Prof. Dr. Jörg Liese die Gäste zur Eröffnung der Plakatausstellung über Kindersoldaten im Foyer der Fachhochschule Südwestfalen.
Iserlohn, 12.02.07. "Heute ist Red Hand Day": Mit diesen Worten begrüßte FH-Rektor Prof. Dr. Jörg Liese die Gäste zur Eröffnung der Plakatausstellung über Kindersoldaten im Foyer der Fachhochschule Südwestfalen.
Weltweit werden nach internationalen Schätzungen zwischen 250.000 und 300.000 Kinder als Soldaten eingesetzt, die regulären Armeen, Rebellengruppen oder Paramilitärs angehören. Sie kämpfen an der Front, stehen Wache oder erledigen Botengänge. Mädchen werden als Sexsklavinnen ausgebeutet. Viele Kindersoldaten werden zwangsrekrutiert, andere schließen sich den militärischen Gruppen an, weil sie als Kriegswaisen sonst keine Überlebensmöglichkeiten sehen. Jährlich am 12. Februar erinnert die "International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers", eine internationale Kampagne von terre des hommes, UNICEF, amnesty international und anderen Organisationen mit dem "Red Hand Day" an das Schicksal dieser Kinder.
"Kinder stehen im Schatten der Weltöffentlichkeit. Kinder können am wenigsten für sich selber sprechen. Daher ist es umso wichtiger, dass sich andere für sie einsetzen" warb der heimische EU-Abgeordnete Dr. Peter Liese in seiner Eröffnungsansprache für das Engagement gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Liese weiß wovon er spricht. Als Arzt hat er seinerzeit in Guatemala während des Bürgerkriegs das Elend der Kindersoldaten hautnah erlebt. Liese plädierte für einen internationalen Bewusstseinswandel, für eine weltweite Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten und für eine Sanktionierung der Staaten, die einen Einsatz zulassen und praktizieren, beispielsweise durch Streichung der Entwicklungshilfe. Wilfried Pickler, Vorstandsmitglied von terre des hommes, wies darauf hin, dass noch längst nicht alle Staaten die Konvention gegen Kindersoldaten unterschrieben haben. Die heutigen Waffensysteme sind aus seiner Sicht so ausgelegt, dass sie auch von Kindern leicht zu bedienen sind. Kindersoldaten werden, weil sie klein, wendig und hilflos sind, immer mehr auch strategisch in Kriegshandlungen eingesetzt. "Kindersoldaten sind auch ein Bestandteil des Kinderhandels" sagte Pickler und ergänzte, dass im Kinderhandel mittlerweile mehr Geld umgesetzt wird als im Drogenhandel. Er sieht es als eine weltweite Aufgabe an, den Drahtziehern das Handwerk zu legen.
Die Plakatausstellung in der Hochschule lässt in eindruckvollen Bildern die Betroffenen zu Wort kommen. Auch an der Fachhochschule setzen sich Hochschullehrer für die Kindersoldaten ein. Prof. Dr. Jörg Krone, der gemeinsam mit der örtllichen terre des hommes Gruppe die Ausstellung organisierte, ist einer von neun Professoren, die sich in einer Arbeitsgruppe gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten engagieren. Im Anschluss an die Eröffnung der Ausstellung fand in der Hochschule ein ökumenischer Gottesdienst statt, der das Thema mit Texten und Musik ebenfalls aufgriff.
Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Februar im Foyer der Fachhochschule Südwestfalen, Frauenstuhlweg 31 in Iserlohn in der Zeit von 8.00 bis 19.00 Uhr zu besichtigen.