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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
02.10.2020

Wenn das Ziel eigentlich nicht zum Weg passt

Vor sechs Jahren heuerte Ingo Kregel als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen an. Heute ist er Professor.

Hagen. Aus Ingo Kregel wird Dr. Ingo Kregel. Und Dr. Ingo Kregel wird Professor. Mit 35. Dahinter steckt aber alles andere als eine plötzliche Verwandlung. Fast sechs Jahre lang fuhr Kregel zweigleisig. Zusätzlich zu seinem Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen arbeitete er an der Universität Münster an seiner Promotion. Eine Geschichte über einen ungewöhnlichen, aber sehr wohl überlegten Weg in die akademische Berufswelt.

Professor wird man nicht im Vorbeigehen, nicht von heute auf morgen und auch nicht auf Knopfdruck. Der Weg zur Professur ist lang und führt über einige Stationen. Dass eine Fachhochschule darunter ist, ist die Ausnahme. Und das ist noch untertrieben. Vom Mitarbeiter einer Fachhochschule zum Professor zu werden, das hat fast noch etwas Exotisches an sich. Ingo Kregel ist diesen Weg gegangen. Dass es so kommen sollte, dahinter steckt ein überaus reflektierter Entscheidungsprozess. Heute ist Dr. Ingo Kregel nach eigener Auskunft „einfach nur total happy, wie alles gekommen ist.“

Vor sechs Jahren heuerte Kregel an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen an. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Andre Coners war es seine Hauptaufgabe, im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen den Schwerpunkt Qualitätsmanagement, Lean Six Sigma aufzubauen. „Eine reizvolle, anspruchsvolle Aufgabe“, sagt Kregel. Schnell fand er sich in der Lehre zurecht. „In enger Abstimmung durfte ich vieles übernehmen“. Auch in die weiter bestehende Kooperation mit der Hagener Stadtverwaltung war er früh involviert. „Ein tolles, sehr mutiges Projekt“, sagt Kregel, „dort mit Lean Six Sigma eine Methode zu etablieren, die eigentlich aus der Industrie kommt, war schon gewagt, aber sehr erfolgreich. Definitiv ein Highlight meiner Arbeit in Hagen.“   

Überhaupt: Ingo Kregel und seine Arbeit an der Hagener Hochschule, das passte. Es passte mit jedem Tag besser. Nach seinem Master hatte er eigentlich schon einen anderen Weg eingeschlagen. Einen, den nur wenige wieder verlassen. Schon gar nicht so schnell. „Ich war in der Unternehmensberatung“, erzählt Kregel, „wollte aber zurück und mehr in die Tiefe gehen können. Zurück in die akademische Welt.“ Das war mit seinem Engagement in Hagen gelungen. Und doch kam damit der Stein dann eigentlich erst richtig ins Rollen. Er entschied sich zu Promotion und nutzte seine guten Kontakte, um eine Allianz mit der Uni Münster zu schmieden. „Eine Promotion im FH-Umfeld ist ein großes Vorhaben“, sagt Kregel heute, „an einer Fachhochschule hast du nicht dieses Forschungsnetzwerk, in das du einfach dazu stößt. Ich musste viel selbstmotivierter, freier ans Werk gehen“. Kregel promovierte schließlich kumulativ. Das heißt, dass sich die Promotion aus mehreren Teilen aufbaut. Zu Aufsätzen in Forschungszeitschriften kam schließlich die Doktorarbeit.

Und mit dem Doktortitel in der Tasche stand Ingo Kregel dann wieder vor so einer Weggabelung. Zurück in die Praxis? Oder doch die Hochschulkarriere? Der Vertrag an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen lief aus. Eine Professur, die für mich passte, war in Hagen nicht in Aussicht“, sagt Kregel, der sich einen Verbleib auch gut hätte vorstellen können. Stattdessen sondierte er den Markt. Und wurde fündig. Seit einigen Wochen hat er eine Vertretungsprofessur für Projektmanagement an der FH Dortmund inne. Zunächst für zwei Jahre. Wie es danach weitergeht? „Wir werden sehen, der akademische Weg jedenfalls ist eingeschlagen. Und darauf bleibe ich“, sagt Dr. Kregel. Denn damit ist der 35-Jährige, wie gesagt, nach eigener Auskunft „einfach nur total happy“.