Pressemitteilung-Detail

Judoka ist schneller und wendiger als sein Vorgänger
Wirtschaftsinformatik-Student der Fachhochschule Südwestfalen entwickelt Software für Hagener Kinderheim
Hagen. Es gibt Formel-1-Fahrer, die ihren Autos Namen geben. Um ihre Beziehung zu emotionalisieren. Um mehr entstehen zu lassen als die klassische Zweckbeziehung zwischen einem Menschen und einer Maschine. Dominik Schnell hat für seine Bachelor-Arbeit eine Dokumentationssoftware für ein Hagener Kinderheim entwickelt. Auch die hat einen individuellen Namen bekommen. Und auch hier sind durchaus Emotionen im Spiel.
„In einem Kinderheim ist reichlich Papierkram zu erledigen“, sagt Dominik Schnell. Der Wirtschaftsinformatik-Student der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen weiß das aus erster Hand. Seit einigen Jahren arbeitet er ehrenamtlich für das Kinderheim Herzenskinder in Hagen. „Für jedes Kind muss für jede Schicht eine Dokumentation angelegt werden“, erklärt Schnell, „das ist für das Personal eine enorme Zusatzbelastung“. Um hier für Erleichterung zu Sorgen entwickelte er für seine Bachelor-Arbeit eine Software, die etliche Klicks schneller ist. Keine von der Stange, sondern eine individuelle Lösung, die eben nur jemand entwickeln kann, der den Bedarf kennt. Und so entstand Dominik Schnells Judoka.
Judoka ist griffig. Nicht so sperrig wie das, wofür sie als Abkürzung steht: Kinder- und Jugendhilfe Dokumentationsmanagementanwendung. Judoka ist schneller und wendiger als das, womit im Kinderheim bisher gearbeitet wird. „Es gibt einen schlanken Anlegeprozess, das Programm basiert auf Microsoft Access und ist weniger störanfällig. Man bleibt im Flow“ erklärt Dominik Schnell. Einrichtungsleiter Volker Dornheim ist dankbar: „Im Alltag brauchen wir ein Programm, in das die Erzieher*innen zwischendurch mal eben ihre Beobachtungen eintragen und abrufen können. Erzieher*innen sind keine Informatiker, deshalb muss die Benutzeroberfläche leicht zu verstehen sein, gleichzeitig soll die Software natürlich alle Voraussetzungen an Sicherheit und Stabilität erfüllen“, so Dornheim.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Christian Leubner. Und auch der ist von Dominik Schnells ungewöhnlicher Themensetzung überzeugt. „Es ist eine besondere Arbeit, weil sie kein Thema aus einem Unternehmen aufgreift. Hier ist mit enormer Fleißarbeit etwas Gutes für eine gemeinnützige Einrichtung entstanden“, sagt Leubner. In Kürze soll die neue Software nun die alte ablösen. Eine Testphase war bereits erfolgreich. „Es läuft. Beide Programme wurden parallel getestet“, sagt Schnell. Seins war deutlich schneller.