Pressemitteilung-Detail

Bauanleitung für einen humanoiden Roboter
FH-Student entwickelt in seiner Masterarbeit einen Prototypenentwurf
Iserlohn. Bis humanoide Roboter flächendeckend Einzug in die Haushalte halten, wird noch einige Zeit vergehen. Nur wenige Entwicklungen haben es bislang zur Marktreife gebracht und die Kosten für einen solchen Roboter sind immer noch enorm. Marcel Daumüller hatte eine andere Idee. Im Rahmen seiner Masterarbeit im Verbundstudiengang Maschinenbau an der Fachhochschule Südwestfalen befasste er sich mit der Modellbildung und dem Prototypenentwurf eines lebensgroßen humanoiden Roboters. Und das mit dem Ziel, diese Ergebnisse als Bauanleitung einem breiten Interessent*innenkreis im Rahmen eines Open-Source Projektes zur Verfügung zu stellen und damit zur öffentlichen Weiterentwicklung der Technologie beizutragen.
Die letzten Wochen und Monate glich Marcel Daumüllers Wohnung in Leinfelden nahe Stuttgart eher einer Metallwerkstatt. Dort hat er konstruiert, gefräst und gedreht um die Vielzahl der Einzelteile, aus denen sein humanoider Roboter besteht, selber herzustellen. „Zum Glück hatte ich einsichtige Nachbarn, die den Lärm ertragen haben“, berichtet der 32-jährige Maschinenbauingenieur.
Sein professoraler Sparringpartner bei diesem Projekt war Prof. Dr. Martin Venhaus, Leiter des Labors für Robotertechnik im Iserlohner Fachbereich Maschinenbau, der die Idee für die Masterarbeit von Anfang an unterstützt hat.
Herausgekommen ist der Prototyp eines lebensgroßen, 110 kg schweren, humanoiden Roboters. „Die Elektronik und Programmierung fehlt noch um den Roboter zum Leben zu erwecken. Als Maschinenbauer habe ich mich in erster Linie mit der Konstruktion beschäftigt, mit der Auslegung der Antriebe und insbesondere mit der Analyse menschlicher Bewegungsabläufe. Um Interessenten, die einen Roboter dieser Art bauen möchten, die zukünftige Arbeitsweise der Steuerung und Regelung aufzuzeigen, habe ich mich auch mit der Sensorik und Aktorik befasst“, fasst Marcel Daumüller die Ergebnisse seiner Arbeit zusammen.
Die Bewegungsabläufe wurden anhand einer menschlichen Skelettanalyse abgespeckt nachgebaut. Darüber hinaus entwickelte der Stuttgarter ein vereinfachtes mathematisches Modell, anhand dessen die Stabilität gegen das Umkippen und der für die Bewegung nötige Kraftaufwand berechnet werden können. Das dient der zukünftigen Programmierung der Steuerung, um die Auswirkungen einer Bewegung voraus berechnen zu können.
Marcel Daumüller, der für seine Masterarbeit die Bestnote 1,0 erhielt, möchte sein Projekt über soziale Medien für Interessent*innen, die an der weiteren Umsetzung mitarbeiten möchten, bekannt machen und wird Videos der bisherigen Entwicklungen sowie Aufnahmen des Aufbaus auf YouTube einstellen. Ebenso wird das CAD-Modell als Grundlage für ein Open-Source-Projekt veröffentlicht.
Verbundstudium
Marcel Daumüller hat seinen Masterabschluss im Rahmen des Verbundstudiums erhalten. Diese Studienform ist speziell auf Berufstätige ausgerichtet und ermöglicht es parallel zur beruflichen Tätigkeit einen Hochschulabschluss zu erwerben. „Für mich war es ein großes Glück, dass die Fachhochschule in Iserlohn den Master-Verbundstudiengang Maschinenbau anbietet. Ich hatte mich als Stuttgarter natürlich auch bei unseren regionalen Hochschulen umgeschaut, aber kein vergleichbares Angebot gefunden. In Iserlohn finden die Lehrveranstaltungen rein samstags statt und das passte optimal zu meiner beruflichen Tätigkeit und ich konnte in Stuttgart weiter wohnen und arbeiten“, betont Daumüller.