Pressemitteilung-Detail

Kurvenlicht für Fahrräder
Studierende des Studiengangs Mechatronik tüfteln an Verbesserung der Beleuchtung beim Fahrradfahren
Iserlohn. Bei Autos der gehobenen Preisklasse gehört das Kurvenlicht der Scheinwerfer zur Standardausstattung. Bei Fahrrädern, auch bei teuren E-Bikes, ist die Beleuchtung bislang nur starr an Lenker oder Rahmen angebracht. Warum nicht auch ein Kurvenlicht für Fahrräder entwickeln, fragten sich vier Studierende des Studiengangs Mechatronik der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn. Die ersten Prototypen sind bereits entwickelt.
Julia Slatosch, Maximilian Ridder, Lukas Padberg und Jonas Müller sind angetreten, die Beleuchtung im Fahrradsektor zu optimieren. Auch wenn sie alle keine passionierten Fahrradfahrer*innen sind. Die vier studieren Mechatronik im sechsten Semester und im Rahmen des praxis- und anwendungsbezogenen Studiums müssen sie auch eine Projektarbeit im Bereich Embedded Systems durchführen. „Dabei interessieren uns besonders Projekte, deren Ergebnis wir noch nicht kennen und auch im Voraus noch nicht sagen können, ob es auch letztendlich funktioniert“, meint der betreuende Professor, Dr. Tobias Ellermeyer, „immer nach dem Motto mal schauen, was geht“.
Die vier Studierenden verfolgen bei der Entwicklung des Kurvenlichts zwei unterschiedliche Lösungsansätze, die auch eine jeweils andere Platzierung des Scheinwerfers bedingen: Ein Lösungsansatz sieht einen schwenkbaren Scheinwerfer unterhalb des Lenkers vor, bei der zweiten Lösung sind verschiedene LEDs schwenk- und einstellbar oberhalb des Vorderrads angebracht.
Herausgekommen sind zwei, zwar optisch bislang eher noch rudimentäre, aber funktionstüchtige, Prototypen, beide programmiert von den Studierenden. „Die Kurve erkennen die Scheinwerfer mittels eines Beschleunigungssensors, den die meisten vom Smartphone kennen“, erläutert Prof. Ellermeyer, „um die Bewegung des Fahrrads zu erkennen, werden Winkel und Beschleunigung erfasst. Für die vier Studierenden war die Projektaufgabe alles andere als trivial: Insbesondere die Datenerfassung ist komplex. „Wir hatten uns das ehrlich gesagt einfacher vorgestellt“, sagt Julia Slatosch, „wichtig war es insbesondere, die Schwenk- und Leuchtweite, die geschwindigkeitsabhängig ist, zu regulieren“.
Im Wintersemester geht die Entwicklung weiter. Dann soll die Mechanik angegangen werden. Was jetzt schon feststeht: Teuer wird das Kurvenlicht nicht sein. Bislang kostet der Prototyp rund 100 Euro. Für alle Studierenden war mindestens ebenso wichtig: „Wir haben eigenverantwortlich versucht, ein Alltagsproblem zu lösen und nicht irgendeine theoretische Fragestellung behandelt“. Maximilian Ridder bringt es für alle auf den Punkt: „ So macht Studieren Spaß“.