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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
10.07.2019

Ideen für mehr Entspannung im Straßenverkehr

17. Konstruktionspreis an Maschinenbau-Studierende der FH verliehen

Soest. Der Platz auf den Straßen wird knapp. Laut Kraftfahrtbundesamt sind in Deutschland derzeit rund 64,8 Millionen Fahrzeuge insgesamt zugelassen, darunter mehr als 47 Millionen Personenkraftwagen, mehr als 3,1 Millionen Lastkraftwagen und mehr als 2,2 Millionen Zugmaschinen – Tendenz steigend. Wie das Verkehrsaufkommen entlastet werden kann, dazu haben sich 30 Studierende der Fachhochschule Südwestfalen Gedanken gemacht. Der beste Entwurf wurde mit dem Konstruktionspreis ausgezeichnet.

Ganz bewusst hatte Prof. Dr. Christian Stumpf dieses Mal die Aufgabenstellung weit gefasst. Ein zukunftsweisendes, nachhaltiges Konzepts für den Straßenverkehr sollten die Studierenden im 4. Semester Maschinenbau entwickeln. Der Fokus lag dabei auf Ressourcenschonung, Umweltentlastung, Entlastung des Verkehrsaufkommens und Einsparung von Zeit. Tatsächlich lieferten die Teams sechs ganz unterschiedliche Konzepte, die sie vor einer Fachjury im Soester Siegmund-Schultze-Haus präsentierten. Dabei ging es mehr, als um den reinen Leistungsnachweis, wie Professor Stumpf erklärte: „Zunächst müssen sich die Studierenden im Team auf eine Lösung einigen. Dann ist die Präsentation vor einer echten Jury aus der Industrie eine gute Schule. Und nicht zuletzt dürfen sich die Erstplatzierten über den Konstruktions-Oskar „in Gold“ freuen.“

Die Gruppe „revolutiondistance“ entwickelte eine App, mit der sich in Abhängigkeit individueller Reisebedürfnisse stets das beste Verkehrsmittel durch einen Zugriff auf zentrale Datenbanken finden lässt. Das Team „Speedloader 61 MXT“ entwickelte standardisierte Bodengruppen für Pkws zur Aufnahme modularer Akkubausteine. Mit Hilfe eines Roboters sollen die Akkus in Sekundenschnelle gegen neue ausgetauscht werden können. Die verbrauchten Akkus werden in ein Hochregallager eingelagert und dort für einen neuen Einsatz geladen. Die Gruppe „Rental Electric“ hatte die Pendler im Visier. Praktisch und zeitsparend zugleich, könnten sich Bahnfahrer demnach einen E-Scooter direkt im Zug noch während der Fahrt ausleihen, um damit im Anschluss nahtlos weiter mit 20 km/h Maximalgeschwindigkeit zur Arbeit zu fahren. Eine weitere Gruppe hatte sich ein Konzept für eine Frachtautobahn überlegt. Sie möchte das Autobahn-Netz um eine zusätzliche LKW-Spur erweitern. Durch einen Stromabnehmer mit der Spur verbunden – ähnlich wie Eisen- oder Straßenbahn – könnten fossile Brennstoffe eingespart und Emissionen verringert werden. Ein Higthech-Assistenzsystem für autonomes Fahren schafft zusätzlich Effizienz. Mitglieder des Teams „Mercurius“ wollen die angespannte Situation für Paketzusteller in den Innenstädten entschärfen. Eine Drohne entnimmt die Pakete aus dem Fahrzeug und lagert diese in Paketstationen ein. Das könne den  Rückstau in Innenstädten sowie Doppelfahrten vermeiden. „Carrera-Bahn statt Autobahn“ lautet der Slogan von Team „Cast A“. Ihnen schwebt eine Induktionsschleife in der Fahrbahn vor. Mit diesem System wollen sie unter anderem Stau verringern und die Effizienz von Elektroautos steigern.

Als Jury bewerteten Jennifer Benz (Brunel GmbH), Max Jacobs und Vanessa Mischke (Infineon Technologies AG), Olaf Hagemeier (Thyssen Krupp Industrial Solutions AG) sowie von der Fachhochschule Südwestfalen Prof. Dr.-Ing. Jens Bechthold (Standort Soest) sowie Prof. Dr.-Ing. Michael Schroer (Standort Meschede) die Ergebnisse. Überzeugt hatte diese das Konzept von „Rental Electric“. Auf dem 2. Platz landeten die Studierenden vom Team „Cast A“. Über den dritten Rang dürfen sich die Entwickler der Frachtautobahn freuen.