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Wenn aus glücklichen Finalisten überglückliche Sieger werden
Michael Trampler und Julian Koch gewinnen für die Fachhochschule Südwestfalen in Hagen den Science Dialog in Berlin
Hagen. Es hat schon so etwas von einem echten Überraschungssieg. Wirklich ernsthaft damit gerechnet haben die beiden Gewinner jedenfalls nicht. Aber Michael Trampler und Julian Koch vom Fachbereich Technische Betriebswirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen haben den Science Dialog in Berlin tatsächlich gewonnen. Und dabei hochkarätige Konkurrenz abgehängt.
Es war durchaus eine große Bühne, die sich den beiden Hagener Nachwuchswissenschaftlern in Berlin bot. Aus großen Anzahl an Bewerbern waren Michael Trampler und Julian Koch ausgewählt worden, um ihr Projekt in genau zehn Minuten gegen vier weitere Finalisten vorzustellen. Science Dialog nennt sich das Format, zu dem das Bundesinnenministerium nun zum siebten Mal in die Hauptstadt geladen hatte. „Dabei zu sein, ist für uns schon eine riesige Ehre“, hatte Julian Koch vor der Abreise nach Berlin gesagt. „Schließlich reihen wir uns im Finale neben echten Größen der Branche ein. Und das als einzige Fachhochschule.“
Das etwas mulmige Gefühl nahmen die beiden Hagener dann sogar mit auf die Bühne. „Wir waren schon etwas aufgeregt“, gibt Michael Trampler zu, „schließlich war das auch für uns ein ungewohntes Format“. Aber mit ihrer Vortragsart trafen Trampler und Koch dann offenbar voll ins Schwarze. „Wir waren nicht so theoretisch, haben das Publikum miteinbezogen und auch auf Unterhaltung gesetzt. Fast so wie bei einem Science Slam“, erklärt Julian Koch das Rezept. Ein Erfolgsrezept, wie sich knapp drei Stunden später herausstellen sollte. Denn die Jury machte aus den vermeintlichen Außenseitern die Sieger des Tages, die sich anschließend über eine echte Laudatio freuen durften.
Aber mit welchem Thema hatten Trampler und Koch die Konkurrenz denn nun geschlagen? „Robotergestützte Prozessautomatisierung in der Verwaltung“, heißt das Siegerprojekt mit ganzem Namen. Die Wissenschaftler kooperieren dabei mit der Stadt Hagen. „Es geht um einen Softwareroboter, der verschiedene Verwaltungsarbeiten übernehmen kann. Zum Beispiel das Erkennen von Blitzerfotos“, erklärt Michael Trampler. Anschließend kann er dann das Nummernschild lesen und damit den Halter ermitteln.
„Hier werden kognitive und digitale Prozesse kombiniert. Darin besteht eine große Herausforderung“, erklärt Prof. Dr. André Coners, der seine beiden Mitarbeiter unterstützt hatte und ihnen auch in Berlin die Daumen drückte. Mit Erfolg, wie ja inzwischen feststeht. Dafür gab es übrigens auch einen schönen Geldpreis. 5000 Euro haben Michael Trampler und Julian Koch aus Berlin mitgebracht. Viel länger werden sie aber wahrscheinlich an das Gefühl des überraschenden Sieges erinnern.