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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
29.04.2004

Biomasse-Energie muss in NRW regional stärker genutzt werden

Über 200 Teilnehmer beim 2. Südwestfälischen Energietag in Meschede

Mehr als 200 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Kommunen, Land- und Forstwirtschaft waren sich beim 2. Südwestfälischen Energietag mit Veranstalter Prof. Christoph Kail von der Fachhochschule Südwestfalen einig: "Wir wollen gemeinsam neue Projekte auf dem Gebiet der zukunftsfähigen Energietechnologien, also bei den Effizienztechnologien und bei den erneuerbaren Energien in Südwestfalen initiieren".

Mehr als 200 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Kommunen, Land- und Forstwirtschaft waren sich beim 2. Südwestfälischen Energietag mit Veranstalter Prof. Christoph Kail von der Fachhochschule Südwestfalen einig: "Wir wollen gemeinsam neue Projekte auf dem Gebiet der zukunftsfähigen Energietechnologien, also bei den Effizienztechnologien und bei den erneuerbaren Energien in Südwestfalen initiieren. Bei geeigneten Rahmenbedingungen und Nutzung der Fördermaßnahmen können Energiekosten gesenkt oder auch neue Einnahmequellen geschaffen werden. Zusätzlich werden positive Impulse für die regionale Wirtschaft geliefert und Arbeitsplätze gesichert oder sogar neu geschaffen." Die Fachhochschule Südwestfalen, so betonte Rektor Prof. Michael Teusner, versteht sich dabei mit ihren zahlreichen Lehr- und Forschungsbereichen auf dem Gebiet der Energietechnik als Ansprech- und Kooperationspartner beim Know-how Transfer. Die Veranstaltung in der Stadthalle Meschede wurde von der Fachhochschule Südwestfalen in Zusammenarbeit mit der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, der Energieagentur NRW, dem Netzwerk Forst und Holz Südwestfalen sowie dem Verein Deutscher Ingenieure VDI (Siegen) veranstaltet. Thematischer Schwerpunkt war die energetische Nutzung von Holz. Zusätzlich wurden die Themen Kraft-Wärme-Kopplung, Contracting, Energiemanage-ment sowie Gas- und Stromeinkauf in liberalisierten Märkten behandelt. Zu Beginn der Podiumsdiskussion hatte die Arnsberger Regierungspräsidentin Renate Drewke erläutert: "Unbestreitbar haben sich die regenerativen Energien zu einer ernsthaften Alternative zu konventionellen Systemen entwickelt. Es bestehen allerdings noch Vorbehalte und Informations- und Qualifizierungsdefizite, die einen breiten Markt-Durchbruch verzögern. Und dies, obwohl seit Änderung der Energieeinsparverordnung mit der Vorgabe der Umrüstung von Heizungen, besondere Chancen für den Durchbruch bestehen. Handlungsbedarf besteht in den Bereichen der umfassenden Verbraucherberatung, der Unterstützung von Unternehmern beim Marketing und der Entwicklung von Unterrichtsmodulen für Schulen und Berufskollegs. Die berufliche Qualifikation hat hierbei eine Schlüsselrolle. Die Lösung besteht im Aufbau eines Verbundes zur Förderung der energetischen Nutzung von Holz im Rahmen des neuen „Netzwerkes Forst und Holz Südwestfalen". Die Bezirksregierung hat daher den Aufbau des Informations- und Demonstrationszentrums Erneuerbare Energien - IDEE (www.idee-nrw.de) – in Olsberg als Kooperation vieler Akteure, auch durch die Bereitstel-lung einer Lehrerstelle, unterstützt. Mit der Entwicklung praxisnaher Ausbildungsmodule und der Durchführung von Schulungen, Tagungen und Seminaren wird sich die Initiative IDEE auch im Bereich der Qualifizierung zu einem regionalen Kompetenzzentrum entwickeln." Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, machte deutlich, wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten bei der Vermarktung von Holz an einem Strang ziehen: "Durch die EU-Erweiterung wird sich deren Waldfläche von rund 100 Millionen Hektar um dreißig Prozent vergrößern. Das wird nicht ohne Auswirkung auf die heimische Forst- und Holzwirt-schaft bleiben. NRW ist für diesen Wettbewerb gerüstet, da wir frühzeitig nach innovativen Absatzwegen gesucht haben – etwa durch unsere Aktionen zum Heizen mit Holz. So ist die vom Umweltministerium zusammen mit der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW und in Kooperation mit der Energieagentur NRW im letzten Jahr gestartete Aktion Holzpellets (www.aktion-holzpellets.de) ein voller Erfolg. Sie soll die umweltfreundliche Heiztechnik gemeinsam mit Herstellern, Fachbetrieben, Institutionen und Verbänden bekannt machen. Nicht zuletzt dank dieser Initiative gibt es in NRW inzwischen über 1.600 Holzhackschnitzel- und Pelletanlagen." Georg S. Freiherr von Weichs vom Waldbauernverband NRW unterstrich die regionale Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energien: "Südwestfalen hat die größten und ertrag-reichsten Waldbestände in NRW. Diese Bestände werden sowohl als Baumaterial als auch zur Wärme- und Stromerzeugung nachhaltig genutzt. Die modernen effizienten Verbren-nungstechnologien, die in Österreich und Deutschland entwickelt wurden, platzieren Holz als hochwertigen Energieträger, dessen Nutzung C02 neutral erfolgt. Damit dient der Holznutzer sowohl dem Umwelt- wie auch dem Landschaftsschutz". Freiherr von Weichs führte weiter aus, dass die Potenziale für die Brennholzgewinnung vor-handen seien, aber noch nicht marktgerecht genutzt würden. Immer noch verblieben rund 30 Prozent der Holzmenge, die man theoretisch nutzen könnte, als "Totholz" im Wald. Das Ziel regionalwirtschaftlicher Aktivitäten müsse daher die Steigerung des Aufkommens an Energieholz sein. Die Wege dazu seien die Aktivierung des Waldrestholzes über neue Sammel- und Verteilungswege und die Festigung der heimischen Sägewerksindustrie zur Steigerung der Nutzung von Sägerestholz. Und dafür gibt es gute Voraussetzungen: Das NRW-Förderprogramm "Rationelle Energieverwendung und Nutzung unerschöpflicher Energiequellen" (REN) hat seit 1987 auf den Sektoren Energieberatung, Energiekonzepte, Technische Entwicklung, Demonstrations- und Breitenförderung Erfolgsgeschichte geschrieben. Mit mehr als 600 Mio. Euro Fördermitteln wurden mehr als 50.000 Projekte realisiert; die dadurch initiierten 3 Mrd. Euro Investitionen bewirkten jährliche Primärenergieeinsparungen in Höhe von 5,5 Mio. Megawattstunden und CO2-Minderungen von mehr als 1,6 Mio. Tonnen. Darüber hinaus sicherten und schufen sie bei rund 2.100 Firmen in NRW etwa 15.000 Arbeitsplätze. Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Christoph Kail Fachhochschule Südwestfalen, Lindenstr. 53, 59872 Meschede Tel.: (02 91) 99 10 - 630, Fax (02 91) 99 10 - 631 E-mail: energietag@fh-swf.de Internet: www.fh-swf.de/energietag