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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
17.04.2019

Führerschein für jüngste Handwerker

FH-Studierende entwickeln Handbuch – Interessierte KiTas gesucht

Soest. Bereits im frühen Kindesalter lassen sich Kinder mühelos für Naturwissenschaften begeistern. Wenn das Gelernte gleich noch praktisch durch Sägen, Kleben und Montieren ausprobiert werden kann – perfekt! Studierende der Frühpädagogik an der Fachhochschule Südwestfalen haben die kindliche Faszination fürs (Hand)Werkeln gerne aufgegriffen und ein Handbuch entwickelt, das als Leitfaden Erzieherinnen und Erzieher in der Praxis unterstützen kann.

In den Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in NRW ist die MINT-Bildung, also die Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, ein großes Thema. Lehrende am Wissenschaftlichen Zentrum Frühpädagogik der Fachhochschule möchten diesem Umstand nicht nur im Rahmen der Ausbildung ihrer Studierenden Rechnung tragen, vielmehr möchten sie auch die Erzieherinnen und Erzieher in der Praxis mit praktikablen Konzepten unterstützen. So haben im Rahmen des Moduls „Mathematisch-informatisch-naturwissenschaftlich-technische Bildung II (Didaktik)“ unter der Leitung von Dr. Sandra Kriegelstein gut 80 Studierende der Frühpädagogik zur Unterstützung im Bereich technische Bildung einen Handwerkerführerschein entwickelt. Darin erklärt die fiktive Figur Benni Biber beispielsweise, welche Materialien zum Bau eines Modells benötigt werden, welche Werkzeuge eingesetzt werden und wie das sichere und gemeinschaftliche Handwerken gelingen kann. Der Prototyp einer kleinen Schatzkiste aus Holz wurde im Katholischen Kindergarten St. Christophorus in Bad Sassendorf-Ostinghausen umgesetzt. Das Konzept ist für Kindergartenkinder im Alter von 2 bis 6 Jahren ausgelegt und berücksichtigt die dem Alter entsprechenden unterschiedlichen motorischen und kognitiven Fähigkeiten. In Gestalt einer Handpuppe führte Benni Biber durch die Aktion. Dieser bat die Kinder, ihm beim Bau der Schatzkiste zu helfen und motivierte sie durch geschickte Fragestellungen zur Lösung der Aufgabe. Neben den Fertigkeiten in handwerklichen, materialkundigen und mathematisch-geometrischen Bereichen, lernten die kleinen Handwerker auch, sich kooperativ und solidarisch in der Teamarbeit zu engagieren sowie Sorgfalt am Arbeitsplatz walten zu lassen, Sicherheitsregeln zu erkennen und zu befolgen. Didaktisch liegt dem Konzept eine Kombination der Didaktik nach Gisela Lück (Lück’sches Konzept) und der kognitiven Meisterlehre zugrunde.

Mit dem Bau der Schatzkiste ist in der Einrichtung aber noch nicht Schluss: In der Gartenhütte des Kindergartengeländes ist ein Werkhaus eingerichtet worden, in dem die Kinder – begleitet von der Figur Benni Biber – an weiteren Projekten arbeiten können. Ein intensiver Austausch zwischen Praxis und Studium ist den Verantwortlichen sehr wichtig, daher soll das Handbuch „Handwerkerführerschein mit Benni Biber“ weiteren Kindergärten und KiTas als Leitfaden zur Verfügung gestellt werden. Interessierte melden sich gerne bei kriegelstein.sandra@fh-swf.de.