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Karriereweg FH-Professur
Dr. Andreas Besse nimmt an Landesförderprogramm zur Praxisqualifizierung von Wissenschaftlern teil
Meschede. Insgesamt fünf Jahre Berufserfahrung muss ein Bewerber für eine Fachhochschulprofessur in der Regel nachweisen, drei davon in der Wirtschaft. Diese fehlen Dr. Andreas Besse bislang. Seit 2008 hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektleiter und Dozent an verschiedenen Hochschulen gearbeitet. Grundsätzlich wäre er berufungsfähig, wie es in der Sprache der Akademiker heißt, wenn nicht diese drei Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschule fehlten. Der 35-jährige nimmt deshalb am Landesförderprogramm Karriereweg FH-Professur teil, das ihn wie auch andere Kolleginnen und Kollegen durch Kooperation mit Unternehmen berufungsfähig machen soll.
Besse ist Logistikexperte, arbeitete an der Fachhochschule Südwestfalen und an der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften und ist selbstständig beratend in der Industrie tätig. 2018 promovierte er an der Universität Duisburg Essen. In seiner Disziplin herrscht für die Besetzung von Fachhochschulprofessuren eine schwierige Bewerberlage, insofern hätte er gute Chancen für eine Berufung und wird auch jetzt schon gebraucht. Hier setzt die Landesinitiative an: Kandidaten in diesem Programm arbeiten für drei Jahre gleichzeitig im Unternehmen und als Nachwuchsprofessor an einer Hochschule. Das Land übernimmt die Hälfte der Kosten für insgesamt 75 dieser Stellen.
„Am Anfang war ich von dem Ansatz nicht überzeugt“, erzählt Besse, „ich wollte entweder weiterhin unterrichten oder in der Industrie Erfahrungen sammeln.“ Jetzt hat er einen Teilzeit-Arbeitsvertrag beim Automobilzulieferer BHTC in Lippstadt und besetzt die Stabstelle Connected Supply Chain / Logistik 4.0. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt er als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede. „Mit BHTC hat mir ein hochinteressantes Unternehmen eine Chance geboten, da konnte ich nicht widerstehen“, so Besse.