Pressemitteilung-Detail

Die Zukunft der Tierhaltung in NRW
Soester Agrarforum: Sind Tierwohl und Tierproduktion vereinbar?
Soest. Das Soester Agrarforum stellt ein für alle in der Gesellschaft und den Berufsstand wichtiges und zukunftsbestimmendes Thema in den Fokus. „Die Zukunft der Tierhaltung in Nordrhein-Westfalen – Chancen für ein nachhaltiges Modell?“, lautet der Titel der kommenden Ausgabe am Freitag, 11. Januar 2019, von 9.00 bis 13.00 Uhr in der Soester Stadthalle. Als Veranstalter haben der Soester Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen sowie der Ehemaligenverband Susatia wieder ein attraktives Programm mit Vorträgen und Kurzpräsentationen zusammengestellt.
Die Nutztierhaltung ist ein wichtiger Schwerpunkt in der Landwirtschaft und zugleich ein sensibler Bereich. Während die politische und gesellschaftliche Diskussion darüber von Negativmeinungen beeinflusst wird, wünschen sich Angehörige der Branche eine mehr faktenbasierte Diskussion über Maßnahmen zur Verbesserung von Tierwohl und Nachhaltigkeit. Landwirtschaftliche Tierhalter vermissen – vor allem mit Blick auf Betriebsnachfolge und Neuinvestitionen – eine klare politische Positionierung. Sie fürchten statt der erhofften Reform eine Rückführung intensiver Tierhaltung. Wird die landwirtschaftliche Tierhaltung ihre gesellschaftliche „Lizenz zur Produktion“ verlieren? Oder wird es gelingen, mit kontinuierlich verbesserten Tierhaltungsverfahren eine breite Akzeptanz zu erhalten, die auf die Professionalität und das Verantwortungsbewusstsein der Landwirte setzt? Mehr als die Hälfte des Produktionswertes in der Landwirtschaft Nordrhein-Westfalens wird mit landwirtschaftlicher Nutztierhaltung erzielt – für alle Beteiligten sind diese und andere Fragen also essenziell. Letztlich spielen die Verbraucher eine Schlüsselrolle. Über ihr Konsumverhalten und ihre Zahlungsbereitschaft können sie Qualität und Produktionsnormen für tierische Lebensmittel unmittelbar bestimmen. Führende Referenten werden im Rahmen des Agrarforums Aussagen zum Thema liefern und Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung treffen. Nachwuchswissenschaftler der Fachhochschule stellen ihre Ergebnisse und Ideen zu moderner, nachhaltiger Nutztierhaltung vor.
Zu Beginn wird der vom Ehemaligenverband gestiftete „Soester Agrarpreis“ verliehen. Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, wird im Anschluss zur „Neuen Agrarpolitik für Nordrhein-Westfalen“ sprechen. „Der Spagat zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen und internationaler Wettbewerbsfähigkeit – Welche Zukunft hat die Nutztierhaltung in Deutschland?“, wird Thema des Vortrags von Prof. Dr. Harald Grethe von der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin sein. Ob sich Tierwohl mit Tierproduktion vereinbaren lässt und wie die Umsetzung im praktischen Betrieb aussehen kann, darüber berichtet Dipl. Ing. agr. ETH Cesare Sciarra, Leiter des Kontrolldienstes des Schweizer Tierschutzes STS.
Die Veranstaltung findet von 9.00 bis 13 Uhr in der Soester Stadthalle statt. Sie wird vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen und dem Ehemaligenverband Susatia veranstaltet. Die Organisatoren rechnen wie in den vergangenen Jahren mit mehr als 600 Gästen aus Agrar- und Ernährungswirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung. Zur Veranstaltung sind alle Interessierten willkommen, die Teilnahme ist kostenlos.