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FH-Mathe-Professoren fordern bessere Schulkenntnisse
Eingangstests zeigten erneut deutliche Mängel bei den Studienanfängern
Der Arbeitskreis Ingenieurmathematik, ein Verbund von engagierten Mathematik-Professoren an nordrhein-westfälischen Fachhochschulen, ist besorgt über die zurückgehenden mathematischen Kenntnisse von Studienanfängern.
Der Arbeitskreis Ingenieurmathematik, ein Verbund von engagierten Mathematik-Professoren an nordrhein-westfälischen Fachhochschulen, ist besorgt über die zurückgehenden mathematischen Kenntnisse von Studienanfängern. Er hat daher eine Liste von mathematischen Grundfertigkeiten, die Ingenieurstudierende benötigen, erarbeitet und dem NRW-Schulministerium übergeben.
„Wer ohne fundierte Mathematik-Kenntnisse aus der Schule ein Ingenieurstudium beginnt, sollte sich auf große Startschwierigkeiten einstellen“, erklärt Prof. Dr. Michael Knorrenschild, Vorsitzender des Arbeitskreises und Professor an der Fachhochschule Bochum. Der Arbeitskreis möchte die Landesregierung bei ihrem Bemühen um hervorragend ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure und kürzere Studienzeiten unterstützen. „Ohne solide Vorkenntnisse der Studienanfänger ist der Handlungsspielraum der Hochschullehrer aber gering. Gemeinsam mit dem Ministerium sollen nun Wege gesucht werden, wie Studienanfänger die erwünschten Grundfertigkeiten erwerben können“, ergänzt Prof. Dr. Wieland Richter von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest.
Die vorgelegte Liste weist unter anderem auf, zum üblichen Schulstoff gehörende, notwendige Rechenfertigkeiten, Techniken bei der Auflösung von Gleichungen, geometrisches Vorstellungsvermögen und die Umsetzung von Textaufgaben hin. In diesem Bereichen haben die FH-Professoren in den letzen Jahren Defizite bei den Studienanfängern festgestellt. Zu Beginn des Wintersemesters hatten die Professoren des Arbeitskreises insgesamt 3500 Erstsemester einem Eingangstest mit Aufgaben zum Schulstoff unterzogen. Das Ergebnis unterschied sich nicht von dem des Vorjahres: Nur jeder vierte der getesteten Studierenden erzielte eine Punktzahl, die eine gute Ausgangsbasis für die Mathematik-Vorlesungen darstellt.
Die Mathematik-Professoren begrüßen grundsätzlich die vom Ministerium geplanten zentralen Prüfungen an den Schulen des Landes. Aber auch an den Hochschulen sehen sie Handlungsbedarf: Sparzwänge gehen häufig zu Lasten der wichtigen Grundlagenfächer. Gerade die ersten beiden Semester sind aber richtungsweisend: Zum einen wird hier Wissen vermittelt, ohne das spätere Vertiefungen keinerlei Basis hätten. Zum anderen ist das systemische Denken der Mathematik eine Schlüsselqualifikation für die spätere Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren.
Immer wieder hätten die Dozenten festgestellt, dass die Studienanfänger durchaus leistungsbereit sind. Jedoch lassen sich die erheblichen Rückstände aus der Schulzeit in der Regelstudienzeit kaum aufholen. „Schaffen wir es, diese Defizite zu überwinden, verhelfen wir den Studierenden zu einem zügigen Studienabschluss und erleichtern zugleich den Hochschulen, ihre wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich hochqualifizierte Ingenieure aus einer großen Anfängerzahl heraus auszubilden“, appelliert Prof. Dr. Knorrenschild. Der Arbeitkreis warnt daher erst recht vor weiteren Einschnitten bei den Grundlagenfächern.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Knorrenschild, Fachhochschule Bochum
Prof. Dr. Wieland Richter, Fachhochschule Südwestfalen, Abteilung Soest
Tel: 02921/378-354
E-Mail: ingmath@fh-dortmund.de