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In der Wüste fürs Leben lernen
4L Trophy: Acht Studierende bringen Hilfsgüter zu marokkanischen Kindern
Soest. Gutes tun und dabei noch eine Prise Abenteuerluft schnuppern – für das Projekt „4L Trophy“ nehmen wieder acht Studierende der Fachhochschule Südwestfalen einige Mühen in Kauf. Bis Anfang kommenden Jahres müssen sie neben dem Studium ihre R4’s technisch topfit bekommen, denn sie wollen bei der legendären Rallye von Biarritz nach Marrakesch an den Start gehen.
34 PS, maximal 100 Stundenkilometer – schon die Hinfahrt zum Start in Biarritz am 21. Februar 2019 wird eine Geduldsprobe. Mit Hin- und Rückfahrt von Soest über Paris, Madrid, durch die Sahara bis in den Südwesten Marokkos, müssen die Studierenden insgesamt mehr als 7.700 Kilometer bezwingen. „Das wird ein großes Abenteuer klar, aber wir machen mit, weil wir den Kindern dort helfen möchten.“, fasst Alexandra Thiemann die Motivation des Teams zusammen. Die Tour geht auf die Idee sechs französischer Studenten zurück. Seitdem findet die Rallye im einstigen Kultmobil der französischen Studentenbewegung jedes Jahr statt. Auch bei der kommenden 22. Auflage geht es nicht um Schnelligkeit. An Bord der Fahrzeuge sind jeweils 50 Kilogramm Schulmaterial und Lebensmittel für marokkanische Kinder. Die Rallye steht für Teamgeist, Durchhaltevermögen, sportliches Verhalten, das Gemeinschaftserlebnis und – den guten Zweck. Auch in diesem Jahr rechnen die Veranstalter wieder mit gut 1.300 studentischen Teams aus ganz Europa, eins davon, das „R4 Team Westfalen“ aus Soest.
Bevor die Studierenden der Studiengänge Elektrotechnik, Maschinenbau sowie Design- und Projektmanagement an den Start denken können, geht es aber erst einmal in die Werkstatt. Alle müssen die einfachsten Reparaturen selbst durchführen können. Außerdem müssen Sponsoren gefunden werden, um die Startgebühr sowie die Rechnungen für Benzin, Ersatzteile, TÜV und Reparaturen zu bezahlen. Jedes Jahr übernimmt das neu gegründete Team jeweils die Fahrzeuge vom Vorjahresteam. Gut 9.000 Euro werden pro Auto fällig.
Technische und mentale Unterstützung erhalten die Fahrerinnen und Fahrer von Prof. Dr. Jens Bechthold (Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik), der das Projekt von Anfang an begleitet, und dessen Team. „Bei gut 30 Jahre alten Autos kann alles passieren.“, so der Professor. Aber wenn alle zusammenhalten, würde das schon klappen.
Für das Projekt erhalten die Studierenden keinen Leistungsnachweis, sie investieren Zeit und Geld zusätzlich zu ihrem Lernpensum. „Aber das bringt uns trotzdem echt was für unser Studium.“, so Carolin Bauer. Planen, Organisieren, Sponsoren werben, auch mal mit Rückschlägen fertig werden – all das sind Lernerfolge, von denen sie später im Berufsleben profitieren werden.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dem R4 Team Westfalen eine Mail schreiben an info@r4teamwestfalen.de.
Foto: (v.l)
Lina Mädler, Elektrotechnik (Hamm)
Alexandra Thiemann, Design- und Projektmanagement (Herscheid)
Bastian Gerloff, Maschinenbau (Hamm)
Michael Tacke, Elektrotechnik (Möhnesee)
Lisa Rogge, Design- und Projektmanagement (Hamm)
Jannis Mettken, Maschinenbau (Unna)
Carolin Bauer, Design- und Projektmanagement (Büren)
Lisa Ringelstein, Design- und Projektmanagement (Essen)