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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
25.04.2018

Tiergesundheit in der Schweineproduktion

Landwirte-Akademie an der FH - Öffentlichkeitsarbeit für mehr Akzeptanz

Soest. Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist ein Dauerthema in der öffentlichen Wahrnehmung. Wie moderne Öffentlichkeitsarbeit aussehen kann, das war einer der Punkte, die im Mittelpunkt der 5. Landwirte-Akademie an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest standen. Mehr als 80 Landwirte, landwirtschaftliche Berater und Wissenschaftler aus NRW, den angrenzenden Bundesländern und dem süddeutschen Raum nutzten das Angebot.

Die Landwirte-Akademie ist eine gemeinsame Initiative von Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Fachhochschule Südwestfalen und dem Unternehmen MSD Tiergesundheit mit dem Ziel, zu neuesten Entwicklungen und Möglichkeiten im Bereich der Tierproduktion zu informieren. Der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule war bereits zum fünften Mal Gastgeber. Dekan Prof. Dr. Wolf Lorleberg sprach die in der Öffentlichkeit überwiegend kritische Haltung gegenüber tierhaltenden Betrieben an. „Es muss uns aus den Bereichen Bildung, Beratung und Praxis gelingen, der Öffentlichkeit ein paar zentrale Punkte zu vermitteln. Die Hälfte des Einkommens in der Landwirtschaft wird im Stall verdient. Und davon profitiert auch die ländliche Region.“
„Tiergesundheit ist ein Tierrecht.“, so Lorleberg weiter, dabei müsse aber gewährleistet werden, dass Landwirte ein angemessenes Einkommen erzielen können.

Christoph Hüsing, Geschäftsführer des Vereins „Land.Schafft.Werte“ aus Cloppenburg, machte in seinem Vortrag die wachsende Bedeutung sozialer Medien deutlich. Ein Drittel aller Fotos auf Instagram zeigten ein Motiv aus dem Nahrungsmittelbereich. „Die Fleischbranche ist nicht gut angesehen in der Wertschöpfungskette.“, so Hüsing. Jedoch könnten neue Formen digitaler Werbung genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen und Botschaften gezielt an die Verbraucher heranzubringen.

Dr. Astrid Pausenberger von der MSD Tiergesundheit Intervet Deutschland GmbH gab Erläuterungen zum Trend bei Impfverfahren. In seinem Vortrag „PCV2 – gekommen, um zu bleiben“, stellte Dr. Matthias Eddicks von der Ludwig- Maximilian-Universität in München die aktuellen Forschungsergebnisse zur Schweinekrankheit Porcine Cicovirus vor. Die Anzahl der erkrankten Tiere in Beständen habe zugenommen, obwohl die Impfrate bei 90% liege. Der Grund: Mittlerweile haben sich verschiedene Virenstämme ausgebildet. Es gebe zwar einen wirksamen Impfstoff, jedoch könne die Impffähigkeit aller Ferkel in der Dr. Gerd Stalljohan von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen  berichtete über praktische Erfahrungen mit Fermentation. Durch diesen Vorgang wird eine Konservierung und Stabilisierung des Futters erreicht. Dadurch bleibt das Futter gleichmäßig durchmischt, die Tiere werden mit allen wichtigen Nährstoffen optimal versorgt. Voraussetzung für den Erfolg sei allerdings, dass auf dem Betrieb eine sehr gute Futterhygiene herrsche, so Stalljohann. Außerdem müssten Futterrationen verbrauchsgenau gemischt werden, da die Mischungen bei Lagerung schnell verfallen.

Prof. Dr. Martin Ziron von der Fachhochschule Südwestfalen gab abschließend einen Überblick über gängige Beschäftigungsmaterialien. Im Stall gehalten, entstehe bei Schweinen ein hohes Beschäftigungsdefizit. Anders als in der Natur, könnten sie hier ihrer Motivation zum Wühlen, Beißen, Nagen, Kauen und Erkunden nicht nachkommen. So sei die Ausbildung von Verhaltensstörungen bis hin zu Aggressionen keine Seltenheit. Beschäftigungsmöglichkeiten könnten als wirksamer Ersatz für natürliche Aktivitäten eingesetzt werden. Ziron stellte in der Praxis erprobte Optionen vor, die den Geschmacks-, Geruchs- und Tastsinn der Tiere ansprechen und gab entsprechende Tipps, wie diese im Stall optimal eingesetzt werden können.

Durch die Veranstaltung führten Dr. Jürgen Harlizius von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sowie Sebastian Kleiner von der MSD Tiergesundheit.