Studieren ist wie fliegen, nur besser
FH-Studierende entwickeln „fliegenden Teppich“ aus Vulkanfiber
Soest. Praxisnah studieren – das ist an der Fachhochschule Südwestfalen kein leeres Versprechen. Ein Beispiel für eine ganze Reihe von praktischen Projekten, ist die Aufgabe für die Vorlesung „Angewandte Produktentwicklung“. Interdisziplinär können Studierende hier ihr Können zu realistischen Wettbewerbsbedingungen unter Beweis stellen. Jetzt wurde die Aufgabe für dieses Sommersemester enthüllt: Mit einem „fliegenden Teppich“ über den Möhnesee soll es gehen.
Zum mittlerweile 6. Mal wollen Prof. Dr. Christian Stumpf und Kai Laugsch zwei studentische Teams gegeneinander antreten lassen. Die praktische Aufgabe für die Vorlesung „Angewandte Produktentwicklung“ lautet in diesem Jahr, ein Board planen, konstruieren und zusätzlich eine begleitende Marketingkampagne vor imaginärer Markteinführung ausarbeiten. Zur Verfügung wird ein fertiger Antriebstrang gestellt. Einsetzen dürfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Vulkanfiber, Epoxidharz und Styroporkern. Als Vision schwebt den Ideengebern vom Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik eine Art fliegender Teppich vor, der in Rochen-Manier wenige Zentimeter über dem Wasserspiegel gleiten soll.
Keinen faulen Zauber, sondern saubere Ingenieurskunst ansprechend präsentiert, das müssen die gut 30 Studierenden der Studiengänge Maschinenbau, Design- und Projektmanagement, Technische Redaktion und Medienmanagement und Wirtschaftsingenieurwesen abliefern. Für den Aufbau ihres Start-ups, das zum Stichtag Marktreife erreicht haben muss, haben die Teams genau 12 Wochen Zeit. „Eine sportliche Herausforderung, die kein Unternehmen in der freien Wirtschaft in dieser Form anpacken würde.“, unterstreicht Prof. Dr. Christian Stumpf den enormen Arbeitsdruck. Unter den kritischen Augen einer Fachjury werden dann beide Produkte bewertet. Kriterien sind Schnelligkeit, Konstruktion, Präsentation, Originalität und Teamgeist. Bei der Abschlusspräsentation am 09. Juli am Möhnesee wird sich zeigen, wie gut die jeweilige Gruppe zusammengearbeitet hat. „Ob Planung, Beschaffung, Konstruktion oder Marketing, da muss jeder Arbeitsschritt reibungslos in den nächsten greifen, sonst könnte es am Ende mit der Zeit knapp werden.“, mahnt der Professor die Studierenden zur Sorgfalt. Das beste Team darf sich nicht nur über den Sieg nach Punkten freuen, sondern erhält auch noch eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro. Der „Ferchau-Förderpreis“ wird gestiftet von der Firma Ferchau-Engineering aus Oelde, vertreten durch Marco Butgereit.