Pressemitteilung-Detail

Zwischen Digitalisierung und Agrarreform
Soester Agrarforum: Zukunftsfragen für landwirtschaftliche Betriebe
Soest. Traditionell beschäftigt sich das immer zu Jahresbeginn stattfindende Soester Agrarforum mit einem für alle in der Gesellschaft und den Berufsstand wichtigen und zukunftsbestimmenden Thema. „Landwirtschaft zwischen Digitalisierung und Agrarreform – Zukunftsfragen für Betriebe“, lautet der Titel der kommenden Ausgabe am Freitag, 12. Januar 2018, von 8.30 bis 13 Uhr in der Soester Stadthalle. Als Veranstalter haben der Soester Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen sowie der Ehemaligenverband Susatia wieder ein attraktives Programm mit Vorträgen zum Thema zusammengestellt.
Der Landwirtschaft haftet – vor allem aus Verbrauchersicht – eine romantische Vorstellung an. Tatsächlich setzen sich Landwirte aber täglich mit den Anforderungen und Entwicklungen der Moderne auseinander. Auf EU- und Landesebene werden bestehende Linien überdacht und Optionen zur Weiterentwicklung diskutiert. Schon lange ist Agrarpolitik keine „Sache der Bauern“ mehr, sondern steht im Brennpunkt divergierender Vorstellungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Die europäische Agrarpolitik sah traditionell als Zielsetzungen die Steigerung der Produktivität, Stabilisierung der Märkte und eine Sicherstellung der Versorgung der Verbraucher mit Nahrungsmitteln zu angemessenen Preisen vor. Demgegenüber wurden in den vergangenen Jahren zusätzliche Ziele wie eine nachhaltige, umwelt- und tiergerechte sowie klimaschonende Produktion und der Erhalt von biologischer Vielfalt gesellschaftlich definiert. Der Agrarpolitik kommt die schwierige Rolle zu, die unterschiedlichen Zielsetzungen auszugleichen. Welche Rahmenbedingungen morgen gelten, ist eine existenzielle Zukunftsfrage für landwirtschaftliche Betriebe. Darauf wollen die Referenten im Rahmen des Forums eingehen und mit ihren Aussagen zur kommenden Agrarreform Betriebsleitern helfen, sich optimal für die Zukunft aufzustellen. Nicht nur politische Rahmenbedingungen ändern sich, auch der technische Fortschritt hat mit der rasanten Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie in der Landwirtschaft eine neue Stufe erreicht. Von Precision Farming über Smart Farming zur komplett vernetzten Landwirtschaft 4.0 – eine Vision wird in Kürze Realität. Master-Studierende der Fachhochschule werden die unterschiedlichen Positionen zur Digitalisierung der Landwirtschaft mit Kurzvorträgen und einer Ausstellung darstellen.
Zu Beginn wird der vom Ehemaligenverband gestiftete „Soester Agrarpreis“ verliehen. Mit ihm wird aus dem Kreis der Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Agrarwirtschaft eine Person ausgezeichnet, die im Studium gute Leistungen erzielt und sich in hohem Maße darüber hinaus engagiert hat.
Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, wird im Anschluss zur „Neuen Agrarpolitik für Nordrhein-Westfalen“ sprechen. Die „Europäische Agrarpolitik – eine Bilanz aus Sicht der deutschen Bauern“ wird Thema des Vortrags von Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes e.V., sein. Was die „Perspektiven für die EU-Agrarpolitik 2020“ verheißen, zu diesem Thema wird Prof. em. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber, Leiter der Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt, referieren.
Die Veranstaltung findet von 8.30 bis 13 Uhr in der Soester Stadthalle statt. Sie wird vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen und dem Ehemaligenverband Susatia organisiert und veranstaltet. Die Organisatoren rechnen wie in den vergangenen Jahren mit 600 bis 800 Gästen aus Agrar- und Ernährungswirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung. Zur Veranstaltung sind alle Interessierten willkommen, die Teilnahme ist kostenlos.