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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
24.11.2017

Wenn das Audimax zur Tanzschule wird

Marco Scopelliti hat seine Leidenschaft für Salsa und Bachata auf viele Hagener Studierende übertragen

Hagen. Es dauert ja gelegentlich eine Weile, bis sich eine gute Idee wirklich durchsetzt. Marco Scopellitis Idee ist jetzt ziemlich genau ein Jahr alt und verbindet zwei Bereiche, die bisher sicherlich nicht besonders viele Berührungspunkte hatten: Hochschule und Tanzen. Scopelliti ist leidenschaftlicher Tänzer. Und diese Leidenschaft weckte er nach und nach bei mehr Hagener Studierenden als er selbst das vielleicht vermutet hatte.

Das Audimax in Hagen hat auf seine alten Tage wahrlich schon viel erlebt. Aber das dort Tanzkurse stattfinden, das ist neu. Seit Mai tanzen hier vor leeren Stuhlreihen Studierende. Sie tanzen Salsa, sie tanzen Bachata. Sie tanzen zu zweit und manchmal, bei ungerader Teilnehmerzahl, tanzen sie sogar alleine. Und das alles unter den ebenso begeisterten wie wachsamen Augen von Marco Scopelliti. Der 37-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik hat sich das alles ausgedacht. „Erst war das Interesse noch zurückhaltend, inzwischen kommen immer mindestens 15, meistens mehr“, sagt Scopelliti. Trainiert wird einmal die Woche. Jeden Mittwochnachmittag. Ganz offiziell im Rahmen des Hochschulsports. Aber die Studierenden gehen mittlerweile auch am Wochenende auf Tanzveranstaltungen.

Man merkt schnell: Marco Scopelliti liebt das, was er da tut. Er liebt das Tanzen, Salsa und vor allem Bachata. Dabei steht er selber noch gar nicht so lange auf dem Parkett. Eigentlich kommt er vom Fußball. Und auch das war durchaus eine Leidenschaft. Eine, die ein Bandscheibenvorfall jedoch plötzlich beendete. „Ich habe als Jugendlicher mal ein paar Tanzkurse besucht und mochte das Tanzen damals schon. Nun suchte ich etwas, womit ich mich wieder austoben konnte“, blickt Scopelliti auf seine sportliche Neuerfindung als Tänzer zurück. Er entwickelte Ehrgeiz, trainierte, wenn es sein musste, auch alleine vor dem Spiegel. „Vor einem Jahr habe ich dann gemerkt, dass es funktioniert. Bachata liegt mir, ich verstehe die Musik. Plötzlich ging es“, erzählt der 37-Jährige.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie ein  Mann allein einen Tanzkurs leiten kann. Und ob das nicht besser zu zweit geht. „Um das optimal zu zeigen, brauchte ich natürlich schon eine Partnerin“, wusste auch Marco Scopelliti. Seine Wahl fiel auf Theresa Wandel. Die war bis dahin nicht etwa Profitänzerin, Tanzlehrerin oder zumindest jahrelange Hobbytänzerin, nein, sie war gerade mal seit ein paar Wochen Scopellitis Schülerin. „Aber die talentierteste, die ich jemals kennengelernt habe“, sagt Scopelliti, „sie begreift wahnsinnig schnell.“ Seit etwa drei Monaten geben er und die Medizintechnik-Studentin nun gemeinsam den Takt vor. „Es macht einfach Spaß, ist ein toller Ausgleich und hat auch meinen Ehrgeiz sofort geweckt“, sagt die 22-Jährige. Ein spontaner Volltreffer. Und ganz nebenbei der Beweis, dass eine gute Idee selten allein kommt.