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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
02.03.1998

Hagen schneidet im Städtevergleich nicht so gut ab

Märkische Fachhochschule untersucht Image der Städte im Rhein-Ruhr-Gebiet

Hagen hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Insgesamt sind die Ergebnisse einer Untersuchung der Märkischen Fachhochschule aber so schlecht auch wieder nicht für die Stadt an der Volme. Im Dreijahres-Zyklus untersucht Prof. Dr. Gunther Bamler vom Fachbereich Technische Betriebswirtschaft der Märkischen Fachhochschule mit seinen Studentinnen und Studenten das Image der Städte im Rhein-Ruhr-Gebiet. Für Hagen ergab die Studie unter anderem das Ergebnis, daß die Bürger mit Hagen als Einkaufsstadt einigermaßen zufrieden sind. Auf die Frage, ob sie auch künftig wieder dort einkaufen wollten, erzielte Hagen höhere Durchschnittswerte als zum Beispiel Mülheim an der Ruhr, Duisburg oder Remscheid, wenn auch nicht so hohe Werte wie die anderen Oberzentren, bei denen die Spitzenwerte von Recklinghausen und Bochum erzielt wurden. Befragt wurden in dieser Untersuchung Passanten und zwar grundsätzlich nur zu anderen Städten als der Heimatstadt. In nahezu allen Städten des Rhein-Ruhr-Gebietes wurde nach den bevorzugten Einkaufsstätten der Passanten gefragt und deren Meinungen zu eben diesen Städten erkundet. "Es macht keinen Sinn, die Bürgerinnen und Bürger über ihre eigene Stadt zu befragen. Die Tendenz, alles toll oder alles schlecht zu finden, wäre zu dominant. Nur durch eine möglichst flächendeckende Befragung über alle Städte dieses Gebietes kann ein einigermaßen zuverlässiges Bild über das Image der einzelnen Städte gewonnen werden", so Prof. Bamler zur Vorgehensweise der Untersuchung. Dabei wurde von Ost nach West befragt. Im ersten Jahr wurden Interviews von Lüdenscheid bis Bochum und von Schwelm bis Recklinghausen durchgeführt. Das mittlere Rhein-Ruhr-Gebiet wurde definiert als Region zwischen Wuppertal und Gelsenkirchen, zwischen Castrop-Rauxel und Velbert. Im letzten Dezember wurden Passantenbefragungen zwischen Wesel und Köln, zwischen Mönchengladbach und Solingen durchgeführt, deren Ergebnisse demnächst auch vorliegen werden. Insgesamt wurden jetzt mehr als 6000 Interviews durchgeführt; 11472 Bewertungen über nahezu alle Städte im mittleren Nordrhein-Westfalen liegen vor. "Bei solchen Befragungen geht es primär um das Bild, das in den Köpfen der einzelnen Passanten vorhanden ist und nicht um Fakten wie beispielsweise bei den meisten Einzelhandelsstudien" so Prof. Bamler. Unter weiter: "Das Image über die jeweiligen Städte ist schließlich entscheidend für die Beantwortung der Frage, wohin man zum Einkaufen fährt. Natürlich prägen auch Fakten dieses Image; das ist aber nur ein Teil. Wahrnehmungen, die keineswegs immer den Realitäten entsprechen müssen, Informationen, Meinungen, seien sie nun richtig oder gefärbt, die Nachrichten in den Medien, das Erscheinungsbild schlechthin prägen das Image einer Stadt."Die Ergebnisse der Hochschuluntersuchung bieten den Städten Ansatzpunkte, ihr eigenes Image zu verbessern, um damit Auswärtige in die Stadt locken und, was oft vergessen wird, die eigenen Bürger vom Besuch fremder Städte abzuhalten. Im Rahmen der Untersuchung wurde ebenfalls das Verkehrsverhalten, das Einzugsgebiet der Städte, die Beurteilung des gastronomischen Angebotes oder das Einkaufsverhalten je nach Kaufkraftstärke der einzelnen Bevölkerungsschichten erfragt. Doch zurück zu Hagen. Hagen wird als ziemlich "hektisch" empfunden im Vergleich zu anderen Oberzentren. Noch weniger "angenehm" empfanden die befragten Passanten nur noch die Innenstädte von Oberhausen, Essen und Dortmund. Das muß ja nicht unbedingt als Negativum betrachtet werden. Allerdings beim Wertepaar "aufregend - langweilig" schneidet Hagen auch nicht sonderlich gut ab. Langweiliger sollen nur noch die Innenstädte von Herne und Solingen sein, sieht man einmal von den kleineren als Regionalzentren eingestuften Städten ab, deren Schlußlicht übrigens die Nachbarstadt Ennepetal darstellt. Auch in puncto Sauberkeit liegt Hagen ziemlich am Ende - eigentlich nur noch übertroffen von Krefeld. Mit der Auswahl der Geschäfte waren die Befragten aber zufriedener. Was die Menge des Angebots anbelangt, so wird Hagen nur von Bochum und Gelsenkirchen überboten und natürlich von den großen Metropolen des Rhein-Ruhr-Gebietes, die man aber nicht mit einem Oberzentrum wie Hagen vergleichen kann. Bezüglich der Exklusivität des Angebots liegt Hagen immer noch vor Städten wie Herne und Solingen, wurde aber auch von so manchem Regionalzentrum wie Hattingen, Velbert oder auch Castrop-Rauxel überholt. Bemängelt wurde von den Befragten die schlechte Erreichbarkeit des Zentrums von Hagen. Allerdings gehen hierbei die Wertungen je nach Herkunft der befragten Passanten auseinander. Weit bessere Noten für Hagen gab es diesbezüglich im letzten Jahr von den Bürgern aus den östlichen Regionen des Ruhrgebietes. Hagen scheint zumindest für die Bewohner des mittleren Ruhrgebietes sehr weit weg zu liegen, was sich vielleicht auch an den spärlichen oder, deutlicher ausgedrückt, gar nicht vorhandenen Autobahnwegweisern für Hagen im Raum Wuppertal und Bochum festmachen läßt. Das gastronomische Angebot kann sich dagegen wieder sehen lassen. Im Rahmen der Befragung wurde die Hagener Gastronomie nicht nur als ziemlich zahlreich, sogar noch vor Gelsenkirchen liegend, sondern auch als vielfältig eingestuft. Insgesamt also schneidet Hagen im Städtevergleich nicht ganz so katastrophal ab, wie man das zuweilen zu hören bekommt. Weitere Informationen zu der Studie unter Telefon 02331-987-2128.