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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
02.08.2012

Vor dem Berufsleben die Praxis studieren

Hagener Elektrotechnik- Studierende entwickeln in ihrer Projektarbeit einen selbstbalancierenden Einpersonen-Transporter

Für Moritz Andrejewski, Florian Fricke, Sebastian Gumz, Jan Korte, Michael Kugler und Katharina Unger ist bald Schluss. In den nächsten Wochen beenden die Studierenden des Studiengangs Elektrotechnik, Licht und Automation der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen ihr Studium und zwar in Regelstudienzeit. Doch bevor sie demnächst in die berufliche Praxis entlassen werden, mussten sie in einer Projektarbeit eigenständig ein Produkt entwickeln, konstruieren und ihre Fähigkeiten im Projektmanagement unter Beweis stellen.

"Im letzten Hochschulsemester haben wir an der FH eine Projektarbeit vorgesehen. Hierbei sollen die Studierenden nicht nur das theoretisch Erlernte in der Praxis anwenden, sondern auch praktische Erfahrungen im Projektmanagement sammeln", berichtet Prof. Dr. Dieter Karweina und begründet auch die Aufgabenstellung "die Studierenden wünschten sich eine Herausforderung, bei der sie regelungstechnisches Know-how mit den verschiedenen Bereichen der Elektronik, der Mechanik, der Antriebstechnik und der Softwareprogrammierung verknüpfen können". Die Idee zur Entwicklung und Realisierung eines "Intelligenten selbstbalancierenden Einpersonen-Transporters" war geboren. Doch bevor es an die Arbeit ging, stand zunächst einmal Vergnügen auf dem Plan. Unterstützt vom Sauerlandpark Hemer probierten die Studierenden bei einer Segway-Tour den bereits seit längerem von der Firma Segway angebotenen selbstbalancierenden Einpersonen-Transporter selber einmal aus. Anhand der Beobachtungen und Erfahrungen zogen sie Rückschlüsse auf Konstruktion und Regelung und erkannten sofort: "Eine Regelung ist absolut notwendig, damit sich der Transporter stabilisiert". Zurück in Hagen wurde zunächst die Theorie bemüht: "Physik, Mechanik und Mathematik waren notwendig, um die Zusammenhänge zu verstehen", begründet Florian Fricke die Vorgehensweise. "Zusammen mit einer gehörigen Portion Regelungstheorie" ergänzt Katharina Unger, "konnten wir das Verhalten des selbstbalancierenden Einpersonen-Transportes bald am Rechner simulieren und damit die Bauteile auslegen". "Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, nur hochwertige und moderne Komponenten einzusetzen, deswegen brauchten wir Sponsoren", erklärt Moritz Andrejewski. "Hierbei hatten wir sehr viel Glück", freut sich Jan Korte,"alle angesprochenen Firmen aus der Region, aber auch aus Süddeutschland haben uns sofort die wesentlichen Komponenten wie beispielsweise Getriebe, Motoren, Motorcontroller oder Drehgeber kostenlos oder für kleines Geld zur Verfügung gestellt". Ein halbes Jahr Zeit haben sich die Studierenden mit diesem Projekt beschäftigt, natürlich neben den regulären Vorlesungen und Prüfungen. Am Ende stand der Einpersonen-Transporter und er funktioniert auch, wie Probefahrten auf dem FH-Gelände an der Haldener Straße zeigen. Das erfolgreiche und mit sehr guter Note für alle abgeschlossene Projekt hat die Studierenden begeistert. "Das war schon ingenieurmäßiges Arbeiten wie in der Praxis", ist sich Moritz Andrejewski sicher. Nicht alles kannten die Studierenden aus dem Studium, einiges mussten sie sich selber aneignen. "Aber das war ja gerade auch das Spannende", erzählt Jan Korte, der als Projektleiter die gesamte Teamkommunikation gesteuert hat und für Planung und Zeitmanagement verantwortlich war, "wir konnten bei dem Projekt so richtig in die Tiefe gehen, unsere Kreativität einbringen, selbständig organisieren und kreative und intelligente Lösungskonzepte erarbeiten". Ausgerüstet mit Theorie und praktischen Erfahrungen planen einige der Studierenden nach ihrem Bachelorabschluss noch ein anschließendes Masterstudium oder werden sich in der Region bei Unternehmen bewerben. Katharina Unger hat bereits einen Arbeitsplatz. Sie bleibt der Fachhochschule Südwestfalen treu und wird im Herbst im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik eine Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin antreten.