Pressemitteilung-Detail

Gutes Design schmeckt einfach besser
DPM-Werkstattgespräch veranschaulichte Prozesse des Design und des Designmanagements
Soest. Das erste DPM-Werkstattgespräch des laufenden Sommersemesters befasste sich mit dem Thema Tischkultur. "Von gut designtem Geschirr schmeckt das Essen einfach besser", verdeutlichte Elke Parzyjegla ihren gestalterischen Ansatz. So erhielt schon so mancher Küchenchef besonderes Kundenlob, nachdem neues Geschirr den Tisch zierte. "Und so wird aus einer subjektiven Wahrnehmung ein objektiver Nutzen - durch Design!", betonte Gastgeber Prof. Dr. Ulrich Kern die Bedeutung von Design und Designmanagement.
Unter dem Titel "Subjektiv oder objektiv? Professionalität einer Produktgestalterin", erläuterte die Produkt-Designerin die Unterschiede, die zwischen den Vorlieben von Designern und den Wünschen von Auftraggebern stehen. Den Prozess des Zusammenführens der Vorstellungen hin zu einem guten Produkt verdeutlichte die Referentin anhand von Praxisbeispielen.
Damit Kunde und Gestalterin mit der Kompromisslösung zufrieden sind, ist bereits die Auftragsbeschreibung enorm wichtig. Elke Parzyjegla: "Durch ein Briefing wird die grobe Idee des Kunden in eine klare Sprache gebracht und verdeutlicht." Neben Angaben, was das Produkt enthalten soll, benennt ein gutes Briefing auch das, was nicht Bestandteil des Auftrages ist. Die Schriftform vermeidet Fehl¬kommunikation zwischen beiden Parteien; auch der Arbeitsumfang wird definiert.
Klare Vorgaben für einen Designauftrag ergeben sich oft schon aus dem Produkt selbst. Die Grundform ist vorgegeben und die Funktion muss gewahrt werden. Der Gestaltungsspielraum ist begrenzt, wie beispielsweise bei einem Kelchglas. Demgegenüber braucht der Endkonsument ein Kriterium, durch das er das Glas von Konkurrenzprodukten unterscheiden kann. Das kann ein besonderer Schliff oder ähnliches sein.
Bereits seit 1994 ist Elke Parzyjegla freiberuflich tätig. 2003 gründete die Mendenerin die Firma "concept P21", die sich auf Produktdesign und Designmanagement spezialisiert hat. Mit dem Schwerpunkt Produktdesign und Dekorentwicklung arbeitet sie für namhafte Unternehmen aus dem Bereich "Tischkultur".
"Jedes Design hat eine eigene Aussage." Die gezeigten Stücke der Mendener Produktdesignerin sind in ihrer Struktur sehr klar, authentisch und zeitlos. Wichtig sei ihr der funktionsgerechte Einsatz von Materialien. Zur Verdeutlichung präsentierte sie eine Serie, in der sowohl Porzellan als auch Keramik verarbeitet sind. Beide Materialien haben klare Eigenschaften und werden genau in diesen Zusammenhängen benutzt. Beispielsweise der Einsatz von kratzfestem Porzellan an den Stellen, auf die das Besteck trifft. eine besondere Vorliebe der Designerin ist die Integration zweier verschiedener Funktionen in einem Produkt. So fungierte eine gezeigte Untertasse gleichzeitig als Deckel für eine kleinere Schüssel.
An dem Beispiel von Glasschalen machte die Referentin das unterschiedliche Kaufverhalten deutlich. Eine Glasvase in Amerika muss schwer sein, klar nach dem Prinzip "More is better". In Deutschland legen Käufer von Glasartikeln Wert darauf, dass es funkelt und ästhetisch aussieht. Einem schlichten Design kann bei durchsichtigen Objekten eine Besonderheit helfen - etwa ein Dekor im Glasboden.
Zum Schluss gab die Gastrednerin den Studierenden noch den Rat, sich frühzeitig über den eigenen Weg klar zu werden. Was in jungen Jahren in Ordnung ist, möchte man unter Umständen später nicht mehr machen, etwa Klinken putzen. "Nutzen Sie Ihren jugendlichen Schwung und Elan, aber teilen Sie sich auch Ihre Kräfte ein! Lassen Sie sich nicht beirren und vertreten Sie Ihre Ideen selbstbewusst!"
Die 2009 eingeführten DPM-Werkstattgespräche des Studiengangs Design- und Projektmanagement bieten Studierenden und Gästen Einblicke in die dynamischen Aufgabengebiete der Designwirtschaft. Im Sommersemester präsentiert die Veranstaltungsreihe an der Fachhochschule Südwestfalen unter dem Titel "Frauenpower in Soest" ausschließlich Designerinnen und Designmanagerinnen. Beim nächsten Termin, Dienstag, 22. Mai 2012 geht es um 16:00 Uhr um das spannende Thema "Design oder Nicht-Design? Gestaltungsentscheidungen einer Einkäuferin".
DPM Soest