Pressemitteilung-Detail

Hochschulforum Gießereitechnologie Südwestfalen
Experten diskutierten am 29. März in der Fachhochschule Südwestfalen über Ressourcenoptimierung in der Gießereiindustrie
Meschede. Rund 60 Zuhörer haben am 29. März am ersten "Hochschulforum Gießereitechnologie Südwestfalen" in der Fachhochschule Südwestfalen teilgenommen. Vorträge und Diskussionen drehten sich um das Schwerpunktthema "Ressourcenoptimierung in der Gießereiindustrie". Unterstützt wurde die Hochschule bei der Durchführung dieser Veranstaltung vom Transferverbund Südwestfalen und der Effizienzagentur NRW.
"Die wichtigste Ressource stellen in einem Unternehmen geeignete Fachkräfte dar", stellte Prof Dr. Christoph Sommer von der Fachhochschule Südwestfalen in seinem einleitenden Vortrag heraus. Die gezielte Qualifikation eigener Mitarbeiter und die Gewinnung neuer Gießereiingenieure sind nach seiner Ansicht als existentielle unternehmerische Aufgabenstellung anzusehen. Sommer informierte deshalb über den Ausbildungsverlauf und die Inhalte des Studienschwerpunktes "Gießereitechnologie" und über die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen des Gießereilabors am Hochschulstandort Meschede.
Prof. Dr. Thomas Steinhäuser von der Universität Duisburg-Essen referierte anschließend über das Thema "Ressourcenschonung durch anorganische Bindemittel". Die Herstellung komplexer Gussprodukte ist vielfach nur unter Verwendung von Bindemitteln möglich. Jedoch ist die Anwendung organischer Bindersysteme mit verschiedenen unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Steinhäuser gab einen umfassenden Überblick über die Eigenschaften des "Anorganischen-Warm-Box-Verfahrens", das inzwischen sowohl für die Anwendung im Kokillengießverfahren wie auch im Grünsandverfahren die Serienfähigkeit erreicht hat. Vergleichende Untersuchungen mit organischen Bindersystemen unterstreichen die Vorteile anorganischer Bindemittel.
Zum Thema "Energie- und Rohstoffeinsparung durch konsequente Nutzung der Gießprozesssimulation" bezog Marc Kothen von der MAGMA GmbH aus Aachen Stellung. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis von Gießereien zeigte er die technischen Vorteile und wirtschaftlichen Einsparpotentiale auf, die durch die Simulation von Formfüllungs- und Erstarrungsvorgängen oder Wärmebehandlungsprozessen zu erzielen sind. "Die frühzeitige Simulation von Gießereiprozessen unterstützt den Gießer in seinem Bestreben Dinge möglichst nur einmal zu machen", erklärte Kothen. Gemeint sind beispielsweise. Werkzeugauslegungen, die mit Erfolg und gleichzeitig mit minimiertem Aufwand durchgeführt werden.
Manuel Bosse von der IfG gGmbH aus Düsseldorf informierte in seinem Vortrag "Energiemanagementsysteme - Chancen und Nutzen" über aktuelle energiepolitische Entwicklungen. Er berichtete in diesem Zusammenhang auch über den "Gemeinsamen Referentenentwurf der Bundesregierung" vom 12. März. Dieser wird mit seinem Inkrafttreten Gießereien verbindlich verpflichten, bis Ende 2013 den Nachweis zu erbringen, dass im Unternehmen mit der Einführung eines Energiemanagementsystems begonnen wurde.
Abschließend erklärte Ekkehard Wiechel das Beratungs- und Dienstleistungsangebot der Effizienz-Agentur NRW. Diese im Auftrag des NRW-Umweltministeriums tätige Institution informiert kleine und mittlere Unternehmen über ressourcenschonende Prozesse. Die Agentur berät zudem bei der Einführung derartiger Prozesse und unterstützt gegebenenfalls bei der Finanzierung notwendiger Investitionen durch geeignete Förderprogramme. Am Beispiel einer südwestfälischen Gießerei stellte Wiechel die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Effizienz-Agentur NRW konkret dar.
Nach Abschluss der Vortragsreihe nutzten zahlreiche Teilnehmer die Gelegenheit zur Kontaktpflege und zu vertiefenden Gesprächen mit den Referenten. "Die erfreulich große Anzahl an interessierten Fachleuten, wie auch die zahlreichen positiven Rückäußerungen der Teilnehmer ermutigen uns, diese Veranstaltung auch in den kommenden Jahren durchzuführen", zieht Hans-Joachim Hagebölling von der Fachhochschule Südwestfalen Bilanz.