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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
22.03.2012

Kalt, warm, wärmer,...

Forschungsprojekt identifiziert Standorte für Kraft-Wärme-Kopplung

Arnsberg / Meschede. Wärmeabnehmer und Wärmeerzeuger zusammenbringen - darum geht es aktuell in einer Studie über Kraft-Wärmekopplung für den Hochsauerlandkreis

. In dem durch die Bezirksregierung Arnsberg geförderten Projekt sucht ein Forscherteam der Fachhochschule Südwestfalen nach Standorten für entsprechende Anlagen. In Frage kommen vor allem Orte, an denen große Mengen an Wärmeenergie benötigt werden – also in der Regel bei größeren Produktionsunternehmen oder in Gewerbeansiedlungen. Das Projekt gehört zu einem Verbundprojekt, welches Kompetenzen aus Wissenschaft und Politik bündeln soll, um Südwestfalen zur Klima- und Energiemodellregion zu entwickeln. Projektleiter ist Prof. Dr. Wolfgang Wiest, der in Meschede Technische Thermodynamik und Energietechnik lehrt. Er erklärt die zentrale Problemstellung an einem Beispiel: "Ein kunststoffverarbeitender Betrieb braucht Wärme, um den Kunststoff im Extruder zu schmelzen. Ein Landwirt könnte die Wärme aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk liefern". Dabei sollte die Entfernung zwischen Wärmeerzeuger und -abnehmer nicht zu groß sein, um große Energieverluste zu vermeiden. Aus diesem Grund studiert das Forscherteam zurzeit das in einem ersten Projektschritt erstellte Wärmesenkenkataster für den Hochsauerlandkreis. Mit Hilfe von Daten des Statistischen Bundesamtes und der Fraunhofer-Gesellschaft haben die Wissenschaftler den Verbrauch an Wärme in bestimmten Gewerbezweigen und Unternehmensgrößen hochgerechnet. Ergebnis ist eine Schätzung des Wärmeverbrauchs in den hier ansässigen Unternehmen. Mit Hilfe der sogenannten "Georeferenzierung" können diese Daten als Landkarten des Wärmeverbrauchs dargestellt werden. Auf diesen Landkarten suchen die Forscher jetzt nach Großverbrauchern und geeigneten Flächen für die Errichtung von Kraftwärmekopplungs-Anlagen. Dabei nutzen Sie auch andere Auswertungen, beispielsweise den sogenannten "Solarpotenzial-Atlas", um geeignete Projekte zu identifizieren. Bezirksregierung und Fachhochschule erhoffen sich hieraus Impulse für die regionale Wirtschaft. "Wir wollen den Dialog mit Energieverbrauchern und Energieversorgern im Sinne einer optimalen Energieversorgung anstoßen und begleiten", erklärt Wiest. Zu den Aufgaben des Projektteams gehört deshalb auch die Unterstützung bei der Entwicklung der jeweiligen Energieversorgungslösung vor Ort. Darüber hinaus bietet sich die Hochschule als Partner bei der Entwicklung von Pilotanlagen für bislang nicht marktgängige Technologien an, beispielsweise in der Holzvergasung oder der solaren Kühlung.