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Volles Programm in den Semesterferien
Soester Fachbereiche nutzen vorlesungsfreie Zeit für besondere Angebote
Soest. Kaum waren die letzten Klausuren eingesammelt und das Ende der Vorlesungszeit eingeläutet, stürmten 180 indonesische Studenten den Soester Hochschulcampus. Mit Beginn der sogenannten Semesterferien starteten jedoch auch zahlreiche weitere Angebote an der Fachhochschule Südwestfalen.
Vier Wochen umfasst die vorlesungsfreie Zeit zwischen Winter- und Sommersemester. Aber von den sogenannten Semesterferien merkt man kaum etwas auf dem Soester Hochschulcampus. Jetzt ist die Zeit für Blockseminare und Weiterbildungsangebote - aber auch die Bachelor-Kolloquien haben Hochkonjunktur, weil viele Studierende pünktlich in Regelstudienzeit fertig werden.
Der Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik setzt mit verschiedenen Blockseminaren auf die Fortbildung seiner Studierenden: Dr. David Swetnam aus Nottingham unterrichtet den Sprachkurs Technisches Englisch. Da es ihm gerade auch um Teamarbeit und Präsentation geht, bekommen die Teilnehmer zunächst die Aufgabe, aus Zeitungspapier einen stabilen Turm zu bauen und vorzustellen.
Großer Andrang herrscht bei den frisch angelaufenen Angeboten zum Erwerb des Ausbilderscheines sowie eine zertifizierte Schweißer-Ausbildung. Beide Angebote wurden von Prof. Dr. Wolfgang Schmidt initiiert und werden jährlich in Kooperation mit der IHK bzw. mit der Westfälischen Bildungsakademie angeboten. Eine etwas kleinere Gruppe lässt sich derweil in ein gefragtes CAD-Programm einführen.
Bereits im dritten Jahrgang läuft die REFA-Ausbildung, die von angehenden Maschinenbauern und Designmanagern zusätzlich zum Studium bewältigt wird. Während der Semesterferien schließen die 30 Teilnehmer zunächst den REFA-Grundschein ab und absolvieren kurz darauf die Prüfung zum REFA-Assistenten. "Ermöglicht wird dieser kompakte Ablauf durch die mit dem Studium abgestimmten Lehrinhalte", erläutert Prof. Dr. Hermann Josef Elias, Dekan und Initiator dieses integrierten Studiums.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden verschiedene Bewerbungstrainings und Angebote zur Stärkung der sozialen Kompetenz der Studierenden: "Erfolgreich Auftreten und Handeln" etwa nennt Prof. Dr. Marc Boelhauve sein Seminar im Fachbereich Agrarwirtschaft. Die Agentur für Arbeit sowie das Staufenbiel Institut bieten Bewerbungstrainings an, die jeweils auch auf den Karrieretag am Mittwoch, 4. April vorbereiten sollen.
Die 180 indonesischen Studierenden der Swiss-German University absolvieren derweil eine vierwöchige Kompaktphase, in der Sie auf ihr bevorstehendes Praktikum in einem deutschen Unternehmen vorbereitet werden. Nach einer bunten Begrüßungsfeier bieten die Soester Lehrenden den angehende Wirtschaftsingenieuren, Mechatronikern oder Lebensmittel-Ingenieuren zahlreiche Blockseminare an. Für die Studierenden des indonesischen Fachbereichs Life Sciences listet der Stundenplan Fächer wie Mikroskopie, Blutuntersuchung, Fleischqualität, aber auch Sensorik und Produktdesign auf, die alle vom Fachbereich Agrarwirtschaft angeboten werden. Die angehenden Mechatroniker und Betriebswirte aus Indonesien versorgt der Fachbereich Elektrische Energietechnik mit reichlich Hochschulstoff.
Zwischendrin ist in den Laboratorien Platz für Externe: In der Physik absolvieren zwei Neuntklässler ein dreiwöchiges Schulpraktikum und ein ganzer Biologie-Leistungskurs ist an mehreren Terminen im Labor für Biotechnologie und Qualitätssicherung zu Gast, um hier eine Einführung in die molekulargenetischen Grundtechniken zu bekommen.
Dass die vielfältigen Aktivitäten sehr unterschiedliche Zeitraster haben, spüren hochschulische Dienstleister wie die Mensa: Am Dienstag vergangener Woche waren gleich zwei Menus vorzeitig ausverkauft. "Darüber ärgern wir selbst uns am meisten", sagt Koch Jörg Müller. 110 Essen mehr als am Vortag haben die Mitarbeiter vom Studentenwerk Dortmund an dem Tag ausgegeben. "Bei derart unvorhergesehen großen Schwankungen kann schon mal ein Essen vorzeitig ausverkauft sein", hebt der Soester Küchenchef hervor: "Aber das passiert uns äußerst selten!"
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