Pressemitteilung-Detail

MFH untersucht wasserstoffbedingte Spannungsrisskorrosion an feuerverzinkten Stählen
Neues Forschungsprojekt
Mit diesem Verfahren, genauer mit der dazu notwendigen Vorbehandlung des Stahls, befasst sich ein neues Forschungsprojekt der Märkischen Fachhochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Feser vom Labor für Korrosionsschutztechnik.
In der Bundesrepublik werden jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen Stahl durch Feuerverzinken vor Korrosion geschützt, davon mehr als 1,6 Millionen Tonnen durch das Verfahren der Stückverzinkung.
Mit diesem Verfahren, genauer mit der dazu notwendigen Vorbehandlung des Stahls, befasst sich ein neues Forschungsprojekt der Märkischen Fachhochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Feser vom Labor für Korrosionsschutztechnik. Untersucht wird - so die offizielle Bezeichnung - der „Einfluss des Langzeiteinsatzes von Inhibitoren in Salzsäure-Beizen auf die wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion“.
Worum geht es dabei? Feuerverzinkter Stahl wird in vielen Bereichen eingesetzt, beispielsweise die Träger bei Stahlbauten oder Lampenmasten bestehen oftmals aus feuerverzinktem Stahl. Bevor die Stahlteile feuerverzinkt werden, müssen sie zunächst durch Beizen in verdünnter Salzsäure vorbehandelt werden. Dabei werden u.a. Rost und Zunder entfernt, damit Zink auf der Oberfläche haftet. Bei diesem Beizen entsteht jedoch Wasserstoff, der, und hier liegt das Problem, vom Stahl teilweise aufgenommen wird und eine Materialversprödung, die zu Spannungsrisskorrosion führt, verursachen kann. Die Wasserstoffaufnahme wird beeinflusst von sogenannten Inhibitoren. Das sind chemische Substanzen, Hemmstoffe, die dem Beizprozess zugesetzt werden und bewirken, dass lediglich die Stahloberfläche von Verunreinigungen befreit wird, nicht aber der Stahl als solcher abgetragen wird.
„Ziel des Forschungsvorhabens“, so Prof. Feser, „ist die Wirksamkeit und Eigenschaften dieser Inhibitoren genauer zu untersuchen und der Frage nachzugehen, unter welchen Bedingungen sie die Wasserstoffaufnahme beschleunigen oder verlangsamen.“ Durch eine möglichst praxisnahe Simulation des Beizprozesses im Labor und durch die Kombination einer größeren Anzahl von vergleichenden Untersuchungen sollen umfangreiche Kenntnisse über die Einflussgrößen der Wasserstoffaufnahme und -versprödung erzielt werden.
Von Bedeutung sind die Ergebnisse vor allem für die klein und mittelständischen Unternehmen. Denn, ob die Stähle ohne Schädigung den Prozess des Feuerverzinkens überstehen, ist für die Betriebe von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Durchführung zukünftiger Arbeitsaufträge. Im Labor für Korrosionsschutztechnik soll daher ein Prüfverfahren entwickelt werden, das es den Unternehmen ermöglicht, den Zustand des Beizbades mit einfachen Mitteln zu erkennen und zu überwachen um die Nutzungsdauer zu optimieren. Dadurch werden auch Entsorgungskosten minimiert.
Gefördert wird das Forschungsprojekt mit 270.000 DM vom GAV Gemeinschaftsausschuss Verzinken e.V., einer Mitgliedsvereinigung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen.