Pressemitteilung-Detail

Auf der ganzen Welt Spuren hinterlassen
Mit Professor Dr. Gunther Bamler wurde der "Motor der internationalen Ausrichtung" nach fast 20 Jahren im Fachbereich Technische Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand verabschiedet.
Nein, es war ganz gewiss kein leiser Abschied, den Professor Dr. Gunther Bamler da kürzlich aufs Parkett des Harald-Korte-Hörsaals der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen legte. Aber damit hatte wohl auch niemand der etwa 150 Gäste ernsthaft gerechnet.
"Sie waren der Motor, der die internationale Ausrichtung unseres Fachbereichs angetrieben hat", hatte schon Prof. Dr. Andreas de Vries, Dekan des Fachbereichs Technische Betriebswirtschaft, in seinem Begrüßungswort ein Bild bemüht. Freilich nicht ohne es mit einem Zusatz auszuschmücken: "Und zuweilen sind Motoren laut." Das Publikum lachte. Es schien zu wissen, dass es genau dieser unermüdliche Antrieb - manchmal garniert mit vielleicht nicht ganz so leisen und vielleicht auch gar nicht so unbeabsichtigten Nebengeräuschen war, der Bamler während seiner Jahre als Professor in Hagen auszeichnete.
Und fast wäre es auch eine ganz normale Verabschiedung eines langjährigen und verdienten Professors geworden. Jedenfalls fielen in den zahlreichen Lobesreden alle Worte, die man in einem solchen Kontext erwarten darf. "Danke für Alles, was Sie für den Fachbereich geleistet haben. Danke für Ihr Wirken und Ihr Werk", hatte Professor de Vries gesagt. Daran reihten sich dann ganz viele gute Wünsche für einen "unvergesslichen Kollegen", dessen Austritt aus dem Hochschuldienst "ein ganz trauriger Tag für alle Studenten" sei. Die meisten der warmen Worte fielen auf Englisch. Sie wurden gesprochen von einigen Deutschen, einer Finnin, einem Belgier, und einem Russen. Es war das internationale Flair, das diesem Abend seine erste große Besonderheit verlieh. Und dieses Flair kam nicht von Ungefähr. Etliche Exkursionen und Workshops in unzähligen Ländern dieser Erde hatte der Weltreisende Bamler organisiert und geleitet. Und immer hatte er Studierende aus Hagen dabei, denen er eben nicht nur sein Fach, sondern nebenbei auch die ganze Welt erklärte.
Und genau in diese Richtung steuerte auch Hermann Klein, Vorsitzender des Vereins der Freunde der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen, seine Rede. Und er wählte dabei die vielleicht wärmsten Worte des Abends: "Sie haben sich enorm stark für Ihre Studenten eingesetzt. Sie sind immer ein großer Kämpfer gewesen, damit die Studenten mit Ihnen die Welt sehen können. Es war toll, wirklich toll", sagte Klein. Seine letzten Silben gingen dabei im Applaus des Publikums unter.
Damit war die Bühne bereitet. Professor Bamler trat nach vorn. Er griff zum Mikrofon. Und sagte "danke". Das war dann aber auch schon der einzige Beitrag, mit dem man vorab wirklich rechnen konnte. Denn sofort danach bog Bamler ab und lenkte seine Rede mit seiner ureigenen Art auf sein eigenes Terrain. "Soll ich Ihnen überhaupt danken?", fragte er. "Wir haben schließlich einen vernünftigen Präsidenten, und wenn der auch nur die Hälfte von dem glaubt, was heute gesagt wurde, dann lässt der mich nicht gehen." Es folgten weitere Pointen, die das Publikum köstlich amüsierten. Beispiel: "Was wollen Sie eigentlich alle hier? Glauben Sie, hier ist heute Abend Kino oder so? Falsch! Das einzige, was hier abgeht, bin ich!" So oder so ähnlich ging es weiter. Kurzweiliger konnte sich wohl kaum jemand im Saal eine Abschiedrede vorstellen. Und ungewöhnlicher vielleicht auch nicht. "Das war’s". sagte Professor Bamler. Dann blickte er auf alle Geschenke, die sich im Laufe des Abends auf seinem Gabentisch angehäuft hatten, und endete, wie er begonnen hatte: "danke!".
Das war aber noch nicht alles. Zunächst folgten stehende Ovationen. Dann die Abschiedsworte des Präsidenten der Fachhochschule. "Alles, was heute über Sie gesagt wurde – es stimmt", bekräftigte Professor Dr. Claus Schuster alle seine Vorredner. Und dann wurde noch ein Film gezeigt. Ein Film, den Studenten während einer von Bamler organisierten Reise rund um den Erdball gedreht hatten. Damit war es plötzlich ganz greifbar, das (berufliche) Lebenswerk des Professor Dr. Gunther Bamler. Mit seinen Exkursionen hat er seine Studierenden geprägt. Er hat Ihnen unvergessliche Erfahrungen ermöglicht. Er hat Spuren hinterlassen. Auf der ganzen Welt.