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43. DLG-Technikertagung mit Rekordbeteiligung
Über 700 Teilnehmer informieren sich über neueste Versuchstechnik Fachtagung findet mit großer Technikschau zum 10. Mal in Soest statt
Soest. Mit einem Besucherrekord von über 700 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet sowie den Nachbarländern fand in der Soester Stadthalle die 43. Technikertagung statt. Die Arbeitstagung des Ausschusses "Versuchswesen in der Pflanzenproduktion" der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) wird gemeinsam mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen veranstaltet.
Führende Hersteller stellen in Soest ihre neusten Entwicklungen in der Versuchs¬technik vor. Neben qualifizierten Vorträgen zur Fortbildung werden aktuelle Themen aus den Bereichen Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung, Pflanzenschutz behandelt. Auf einer insgesamt 600 m2 umfassenden Technikschau werden modernste Maschinen und Geräte präsentiert. Daneben gilt für den Tagung als wichtiger Treffpunkt des landwirtschaftlichen Versuchswesens und wird zu Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege genutzt.
Insgesamt umfasst der Kongress 25 Referate und ebenso viele ausstellende Unternehmen, außerdem Lehrfilme, eine Gebrauchtmaschinen- und Stellenbörse sowie Infowände zu weiteren Projekten. Herstellerfirmen stellen ihre neuesten Entwicklungen und Trends für den Feldversuch und das Labor vor. Daneben ergänzen und bewerten Erfahrungsberichte aus dem praktischen Einsatz die Ausführungen der Unternehmen, wodurch die Veranstaltung qualitativ von üblichen Messepräsentationen abhebt.
Ernte von Datenmengen
Im Feldversuch geht es dabei nur sekundär um die Bergung der Ertragsmenge, vielmehr liegt der Fokus auf der Ernte riesiger Datenmengen: Die Datensätze aus einer einzigen Parzelle können sich auf mehrere 100 Einzelwerte summieren.
Versuchsumfang und Parzellenzahl nehmen in den letzten Jahrzehnten permanent zu. Im Gegensatz dazu werden die verfügbaren Feldarbeitstage durch die Wetterkapriolen immer kürzer. Auch daher kommen zunehmend hochtechnisierte Erntemaschinen zum Einsatz. Bereits auf dem Feld wiegen und etikettieren sie die Erntemengen computergesteuert und durch den Einsatz hochempfindlicher Sensoren werden wichtige Parameter des Erntegutes (Wassergehalt, Qualitätseigenschaften wie z.B. Öl- oder Proteingehalt) bereits während der Ernte analysiert.
Robuste Hightech auf dem Feld greift nach den Sternen
Modernste Erntemaschinen können heute zwei Parzellen pro Minute ernten und analysieren. Eine weitere Zukunftstechnologie ist die Nutzung der Satellitenortung zur Steuerung von Arbeitsgeräten bis hin zur völlig selbstständigen Betriebsweise.
Die leistungsfähige Elektronik und die komplexen Computerprogramme müssen gleichzeitig äußerst robust sein, um dem widrigen Einsatz unter Staub, Hitze und ständiger Vibration Stand zu halten.
Einige Zukunftsvisionen stehen bereits kurz vor der Realisierung: Auf Versuchsfeldern kommen künftig Roboter oder flugfähige unbemannte Kleinflugzeuge ("Drohnen") zum Einsatz. Auf Versuchsfeldern mit hunderten oder gar tausenden von Parzellen messen sie Pflanzeneigenschaften und ordnen die Daten mit Hilfe von Satellitenortung präzise zu.
Hintergrund: Feldversuchswesen und der Beruf des Versuchstechnikers
Feldversuche bilden die Basis der landwirtschaftlichen Forschung in der Pflanzenproduktion und schaffen die Grundlagen für die Beratung der praktischen Landwirte. In den Bereichen Pflanzenzüchtung, Düngung und Pflanzenschutz werden neue Sorten oder Produkte geprüft. Die aus den Versuchen gewonnenen Daten dienen der amtlichen Zulassung der Produkte und deren Empfehlung in der Praxis.
Jedes Jahr bearbeiten Industrieunternehmen, Beratungsorganisationen, Hochschulen aber auch Dienstleister in Freilandversuchen eine Vielzahl von Fragestellungen. Zahlreiche Kulturarten müssen hierbei in vielen Tausend kleinen Mikroparzellen von etwas zehn Quadratmetern Größe separat ausgesät, behandelt, bewertet und geerntet werden.
Die Versuchstechniker sind mit der Durchführung und Betreuung dieser Versuche betraut und setzen dazu spezielle, teils hochkomplexe Maschinen und Gerätetechnik ein. Die Arbeit erfordert eine extrem hohe Präzision und die umfangreiche Dokumentation aller Maßnahmen und Arbeitsschritte.
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