Pressemitteilung-Detail

"Der wichtigste Faktor im Wettbewerb um die klügsten Köpfe"
Hagener Hochschulgespräch widmete sich dem Thema "Hochschulen als Standortfaktor - Wie begegnen wir gemeinsam dem demografischen Wandel?"
Hagen. Die Vorträge und die anschließende Diskussion hielten, was die vorab formulierte Fragestellung versprach. "Was können Hochschulen gegen den demografischen Wandel tun?" - Diese Frage ist nicht in einem Satz zu beantworten. Und sie lässt verschiedene Antworten in den einen Punkten ebenso zu wie große Einigkeit in den anderen. All das belegte das letzte Hagener Hochschulgespräch am Montagabend im Harald Korte Hörsaal der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen.
Schon die Hochkarätigkeit der Gäste zeigte, dass das Thema dort, wo man es auf die Agenda ruft, auch ernst genommen wird. Neben Svenja Schulze, NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung sowie Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm, nahmen auch Prof. Dr. Ute Götzen, Leiterin des Bereichs Hochschulkommunikation bei VW sowie Arndt G. Kirchhoff, Geschäftsführer der Kirchhoff Gruppe und Vorsitzender des BDI- Mittelstandsausschusses, an der Gesprächsrunde teil.
Schon in seinen eröffnenden Worten spannte Claus Schuster, Präsident der Fachhochschule Südwestfalen, den Bogen zwischen der Ressource Bildung und der Region: "Der wichtigste Bodenschatz Deutschlands ist der Muskel zwischen den Ohren", betonte er und folgerte umgehend "diesen Muskel müssen wir hier vor Ort trainieren". Handlungsbedarf stellte auch Ministerin Svenja Schulze in ihrem Vortrag fest: "Wir müssen uns bei den Studienanfängern auf rückläufige Zahlen einstellen. Wenn wir jetzt nichts tun, ist Nachwuchsmangel die logische Konsequenz." Für Schulze steht daher fest: "Es ist unsere Aufgabe, gut ausgebildete Menschen oder Menschen, die sich gut ausbilden lassen wollen, an die Region zu binden." Und genau hier sieht die Ministerin die Hochschulen in einer maßgeblichen Rolle: "Hochschulen sind der wichtigste Faktor im Wettbewerb um die klügsten Köpfe."
Große Einigkeit herrschte in der anschließenden Diskussion darüber, dass der zu erwartende Mangel an Fachkräften den Druck in der Bildungspolitik erhöhe. "Wir können es uns nicht mehr leisten, auch nur ein einziges Talent zurückzulassen", sprachen Svenja Schulze und Jörg Dehm mit einer Stimme.
Und auch in einem weiteren Punkt waren sich die Diskutanten einig: Südwestfalen ist attraktiv. Svenja Schulze begründetet das nicht zuletzt mit der dichten Hochschullandschaft. "Weiche Standortfaktoren werden immer wichtiger. Und das Bildungsangebot ist einer der wichtigsten weichen Standortfaktoren", betonte sie und erntete Zustimmung aus dem Publikum.
Applaus gab es dann für Arndt Kirchhoff. Und zwar für eine plakative Aussage. "Hier ist es schöner als in London oder Dubai", hatte er behauptet. Warum er das so sieht, erläuterte Kirchhoff dann mit seiner Antwort auf die Frage aus dem Plenum, wie er es denn schaffe, hochqualifizierte Arbeitnehmer für sein Unternehmen zu gewinnen: "Mit Ehrlichkeit. Ich sage den Leuten, was wir zu bieten haben und was nicht. Wer in die Philharmonie oder auf Schalke will, muss sich ins Auto setzen, das gebe ich gerne zu. Aber diese Region ist unglaublich lebenswert, die Infrastruktur ebenso perfekt wie das Vereinsleben. Und dann ist das noch eine preiswerte Wohngegend." Und Kirchhoff setzte noch einen oben drauf: "Wenn man vernünftig in ein Leben starten möchte, ist man in dieser Region perfekt aufgehoben."