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Automotive-Projekte am Soester FH-Campus
Soester Professor pflegt Oldtimer und entwickelt Zukunftsvisionen
Soest. "Die bisherigen Elektroautos sind halbherzige Entwicklungen: Auch die Verlust-behafteten Bestandteile Kupplung, Schalt-, Differenzialgetriebe bleiben meist erhalten." Prof. Dr. Jens Bechthold von der Fachhochschule Südwestfalen stellte bei den Soester Impulsen Automotive-Projekte am Soester Hochschulcampus vor.
Der grundlegende Fehler liege daran, dass die Autohersteller lediglich den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor ersetzen, sagte der gebürtige Soester. "Dadurch bleibt die klassische, auf den Verbrennungsmotor zugeschnittene Bauweise erhalten - mit all ihren Nachteilen."
Neuland hat dagegen eine Soester Studentengruppe betreten: Unterstützt von Professoren des Soester Fachbereichs Maschinenbau-Automatisierungstechnik entwickelten die Studenten einen Ansatz, wie er vom ICE oder einigen Straßenbahnen bekannt ist: Jedes Rad wird durch einen innenliegenden eigenen Motor angetrieben. Damit werden die klassischen Energiefresser namens Getriebe überflüssig das Vehikel kann einen Großteil der Bremsenergie zurückgewinnen.
"Die auswechselbaren Achsmodule ermöglichen perspektivisch ganz neue Autokarosserien, bringen aber auch ganz neue Probleme mit sich", erläutert der Maschinenbau-Ingenieur. Elektromotoren erzeugen kaum noch Abwärme, da wird das Heizen im Winter ein Problem.
Das zweite Produkt der Studenten baut auf einem traditionellen PKW auf: Der Umbausatz für einen Smart birgt aber bereits einige der innovativen Prinzipien wie die Nutzung von Bremsenergie. Für beide Entwicklungen läuft die Patentanmeldung.
Häufig durch die Medien ging bereits das von Bechthold unterstützte R4-Team Westfalen. Mittlerweile beteiligen sich hier acht Studierende, die Ende Januar mit vier klassischen Studentenautos an der Paris-Marrakesch-Rallye teilnehmen. Bechthold hob hervor, dass das Projekt ebenfalls von der Eigeninitiative der Studierenden lebt.
Ebenfalls mit alten Autos wird sich Bechtholds neues Studienangebot beschäftigen: In dem im Bau befindlichen KFZ-Labor sollen unter anderem Oldtimer restauriert werden. "Ich möchte Technik begreifbar machen", sagt der 38-jährige: "Viele Menschen verstehen technische Zusammenhänge besser, wenn sie die Dinge anfassen und die Funktion direkt sehen können."
In die Zukunft blickte Bechthold bei den geplanten Forschungsfeldern. Auf seine industrielle Vergangenheit bei einem Windgetriebehersteller etwa verwies die Utopie von Klein-Windkraftanlagen auf privaten Hausdächern. "In kleinen Schritten könnte hier eine wirksame Ergänzung zu großen Offshore-Windparks geschaffen werden."
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