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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
24.08.2011

Urlaub einmal anders

FH-Mitarbeiter Rainer Heidkamp aus Hagen unterrichtete ehrenamtlich Studenten in Kalkutta

Urlaub in Indien sieht für die meisten wohl so aus: Sonne, Meer und Kultur. Nicht bei Rainer Heidkamp. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen unterrichtete ehrenamtlich im Auftrag des Senior Experten Service (SES) an der Jadavpur University in Kalkutta. Dafür opferte er drei Wochen seines Jahresurlaubs.

Der Anruf vom SES kam spontan: Ob Rainer Heidkamp nicht Lust hätte, Studierende in Kalkutta in den Bereichen Lichttechnologie und Verkabelungstechnik zu unterrichten? Der Diplom-Ingenieur überlegt nicht lange und gemeinsam mit seiner Ehefrau reiste er Mitte Juli an die Jadavpur University in Kalkutta. Für Unterkunft im Gästehaus der Hochschule und für Verpflegung sorgte der SES. Rainer Heidkamp ist mit Studenten und Lehre vertraut. Dennoch begann der erste Unterrichtstag für ihn mit einer Überraschung: "Ich betrat den Raum, alle Studenten standen auf und begrüßten mich mit "Good evening, Sir". Das Pult des Dozenten stand erhöht auf einem Podest", berichtet er. Andere Länder, andere Sitten. Der Unterricht in Indien ist Frontalunterricht, die Dozenten sind Respektspersonen. Ansonsten gab es durchaus Parallelen. Die indischen Studenten absolvierten ihr Studium ähnlich wie die Verbundstudenten an der Hagener Hochschule berufsbegleitend und hatten auch die gleiche Alterstruktur. "Anders als bei uns, wo die Studierenden am Wochenende in die Hochschule kommen, findet in Kalkutta der Unterricht täglich in der Zeit von 18 bis 20 Uhr statt", erzählt Heidkamp. "Anschließend haben viele noch einen langen Heimweg, zum Teil von mehr als einer Stunde, vor sich". Auch die technischen Einrichtungen im Studiengang Lichttechnik waren vergleichbar mit denen in Hagen. Allerdings waren dort noch hauptsächlich Computer mit Röhrenmonitoren im Einsatz. "Die eingesetzte Software für die Lichtmessung stammt sogar aus Lüdenscheid, vom Deutschen Institut für Lichttechnik". Neben dem technischen Unterricht nahm sich Rainer Heidkamp auch die Zeit, den indischen Studierenden die Arbeitswelt und das Lohnniveau in Deutschland zu erklären. "Im Ergebnis kam bei unserer Berechnung heraus, dass den Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland nach Abzug aller Kosten doppelt so viel Einkommen verbleibt als in Indien". Auch die Themen Karriereplanung oder Arbeitssicherheit wurden behandelt. An den Wochenenden blieb Zeit, um Land und Leute kennenzulernen. Dazu gehörte auch der Besuch bei einem Studenten, der auf Land an der Grenze zu Bangladesch wohnte. "Der mehrköpfigen Familie stand nur ein Raum zur Verfügung", erzählt Heidkamp. Fasziniert haben ihn die Freundlichkeit, Neugierde und Weltoffenheit der indischen Studenten. Die Unterrichtseinheit von Rainer Heidkamp bildete für die Studenten den Abschluss ihres Studiums. Bei der feierlichen Zeugnisübergabe war er auch eingeladen und stellte fest, "dass es in Indien üblich ist, dass die Professoren von den Absolventen Geschenke in Form von Süßigkeiten erhalten". Für Rainer Heidkamp fiel das Geschenk etwas größer aus. Er erhielt ein Bild mit indischen Motiven, das jetzt sein Büro an der Haldener Straße schmückt. Senior Experten Service (SES) Der SES ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Er leistet mit ehrenamtlichen Fachleuten, Hilfe zur Selbsthilfe. Er bietet interessierten Menschen die Möglichkeit, ihre Kenntnisse und ihr Wissen an andere im Ausland und in Deutschland weiterzugeben. Als ehrenamtlich tätige Senior Experten fördern sie die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Senior Experten sind vorwiegend in kleineren und mittleren Unternehmen und Einrichtungen der Berufsbildung und Gesundheitswesen tätig, aber auch für Organisationen und Institutionen wie beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). In der Regel dauern diese ehrenamtlichen Einsätze drei bis sechs Wochen, höchstens aber sechs Monate.