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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
26.07.2011

CO2-Bilanz von Weizen und Kartoffeln

Der Klimawandel ist in aller Munde und nach den CO2-Bilanzen von Kraftwerken, Verkehrsmitteln und Industrieprodukten geraten zunehmend auch jene von Lebensmitteln in den Klima-Fokus.

In einem Projekt der Fachhochschule Südwestfalen ermittelten Studierende jetzt so genannte CO2-Fußabdrücke für einheimisches Weizenmehl und Kartoffeln. Dabei berücksichtigten sie die anfallende CO2-Menge von der Produktion bis zur Auslieferung an den Einzelhandel. Gleichzeitig entwickelten die Soester Master-Studenten zwei Computerprogramme für die Berechnung der CO2-Bilanzen. Gemeinsam mit den Mühlenwerken Romberg aus Möhnesee-Wippringsen sowie den Landwirtschaftsbetrieben Röling aus Werl-Holtum und Deckers aus Xanten trugen sie die genauen Produktionsdaten zusammen. So errechneten sie für einheimische Kartoffeln eine CO2-Emission von 143 Gramm pro Kilo. Ein Kilo einheimischer Weizen "produziert" 268 g CO2. Neben Produktion und Transport bezogen die Master-Studenten auch die Effekte des Humusabbaus im Boden und der Maßnahmen zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ein. Laut Bundesumweltamt liegt der durchschnittliche Fußabdruck eines Deutschen inklusive der Treibhausgase bei ca. 11 Tonnen CO2 und damit einiges über dem weltweiten Durchschnitt von 6,8 Tonnen CO2. Wie klimafreundlich regional produzierte Waren sind, zeigt der Vergleich der Kartoffel zu industriell verarbeiteten Pommes Frites. Durch deren aufwändigen Verarbeitungsprozess schlagen die frittierten Stäbchen mit über 5.700 Gramm CO2 pro Kilo zu Buche. Die in dem Projekt entwickelten PC-Tools richten sich an Produzenten und Vermarkter, die damit ihre betriebsspezifischen Ergebnisse als farbige Diagramme darstellen können. "Hiermit kann der Einzelhandel die Klimafreundlichkeit der regionalen Produkte dokumentieren. Landwirte und verarbeitende Betriebe dagegen können unser Programm dafür nutzen, um ihre Produktionsverfahren zu optimieren", berichtet Prof. Dr. Wolf Lorleberg vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft, der gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Braun das Projekt betreute. FB Agrar