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CO2-Bilanz von Weizen und Kartoffeln
Der Klimawandel ist in aller Munde und nach den CO2-Bilanzen von Kraftwerken, Verkehrsmitteln und Industrieprodukten geraten zunehmend auch jene von Lebensmitteln in den Klima-Fokus.
In einem Projekt der Fachhochschule Südwestfalen ermittelten Studierende jetzt
so genannte CO2-Fußabdrücke für einheimisches Weizenmehl und Kartoffeln.
Dabei berücksichtigten sie die anfallende CO2-Menge von der Produktion bis zur
Auslieferung an den Einzelhandel. Gleichzeitig entwickelten die Soester Master-Studenten zwei Computerprogramme für die Berechnung der CO2-Bilanzen.
Gemeinsam mit den Mühlenwerken Romberg aus Möhnesee-Wippringsen sowie
den Landwirtschaftsbetrieben Röling aus Werl-Holtum und Deckers aus Xanten
trugen sie die genauen Produktionsdaten zusammen. So errechneten sie für
einheimische Kartoffeln eine CO2-Emission von 143 Gramm pro Kilo. Ein Kilo
einheimischer Weizen "produziert" 268 g CO2. Neben Produktion und Transport
bezogen die Master-Studenten auch die Effekte des Humusabbaus im Boden und
der Maßnahmen zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ein.
Laut Bundesumweltamt liegt der durchschnittliche Fußabdruck eines Deutschen
inklusive der Treibhausgase bei ca. 11 Tonnen CO2 und damit einiges über dem
weltweiten Durchschnitt von 6,8 Tonnen CO2. Wie klimafreundlich regional
produzierte Waren sind, zeigt der Vergleich der Kartoffel zu industriell
verarbeiteten Pommes Frites. Durch deren aufwändigen Verarbeitungsprozess
schlagen die frittierten Stäbchen mit über 5.700 Gramm CO2 pro Kilo zu Buche.
Die in dem Projekt entwickelten PC-Tools richten sich an Produzenten und
Vermarkter, die damit ihre betriebsspezifischen Ergebnisse als farbige Diagramme
darstellen können. "Hiermit kann der Einzelhandel die Klimafreundlichkeit der
regionalen Produkte dokumentieren. Landwirte und verarbeitende Betriebe
dagegen können unser Programm dafür nutzen, um ihre Produktionsverfahren zu
optimieren", berichtet Prof. Dr. Wolf Lorleberg vom Soester Fachbereich
Agrarwirtschaft, der gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Braun das Projekt betreute.
FB Agrar