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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
10.05.2011

Dienstjubiläum: 40 Jahre Laboringenieur

Manfred Wilczek feierte jetzt sein 40-jähriges Dienstjubiläum an der Soester Fachhochschule. Hochschulleitung und Kollegen überreichten ihm bei einer kleinen Feierstunde Glückwunschschreiben und Geschenke.

Laboringenieur Wilczek kennt nicht nur seine elektrotechnischen Arbeitsbereiche aus dem ff., sondern er kann fast aus der ganzen Geschichte der Soester Ingenieurhochschule berichten. Er kennt alle historischen Standorte der ehemaligen Ingenieurschule aus eigener Anschauung. Schließlich hat er ab 1969 selbst die Vorlesungen der damaligen Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen besucht, bevor er 1972 an der grünen Hecke als Laboringenieur begann. Der erste Auftrag des 63-jährigen war die Inkraftsetzung eines analogen Netzmodells. Mit diesem etwa 12 Meter langen Modell lassen sich die physikalisch-technischen Zusammenhänge zwischen "Erzeugung", Verteilung und "Verbrauch" der elektrischen Energie simulieren. Zwei weitere Male in seiner Dienstzeit musste Wilczek "sein" Modell erneut aufbauen - beim Umzug ins ehemalige Stadtkrankenhaus und erneut am jetzigen Standort, im Laborgebäude am Lübecker Ring. Trotz seines antiquierten Charmes ist das Netzmodell gefragter denn je. Gerade durch die zunehmende Zahl dezentraler regenerativer Energieerzeuger wird die Stabilität der Stromnetze komplizierter. Und "Experten auf dem Gebiet der Energieversorgung werden knapp", stellt Wilczek fest. Fast von Anbeginn kennt Dipl.-Ing. Manfred Wilczek die Soester Ingenieurausbildung. Im Jahr 1969 begann der gebürtige Hammer zusammen mit 34 Erstsemestern sein Elektrotechnik-Studium am Immer-mannwall. Es war erst der fünfte Studienjahrgang der jungen Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen. Und das waren unruhige Zeiten. "Wir waren damals der Untergang der Zivilisation", schmunzelt Wilczek heute. Die legendären 68er hatten Jahrs zuvor mehrmals den Soester Studienbetrieb lahm gelegt. Nun waren alle Regeln erst einmal außer Kraft gesetzt. "Die erste Klausur habe ich im dritten Semester geschrieben", gibt Wilczek heute unumwunden zu. Erst als sich familiärer Nachwuchs einstellte, hatte das studentische Lotterleben ein Ende. Natürlich weiß Wilczek mache Anekdote aus dem Studium zu berichten: Die Nach-68er wischten beispielsweise den Dozenten nicht wie vormals die Tafeln ab. Wenn die Tafel voll war, schrieb der Chemieprofessor daraufhin einfach übereinander - mit bis zu vier verschiedenen Farben. Seit seinem Studium sind gerade in der Elektrotechnik zahlreiche technische und digitale Revolu-tionen ins Land gegangen. "Doch ohne ordentliches Rüstzeug geht es auch heute nicht", gibt der Ingenieur den heutigen Studenten auf den Weg. Gemeint sind Physik, Mathe und die Grundlagen der Elektrotechnik. Auch wenn mancher den Nutzen erst spät erkenne. Die zweite Dauerbaustelle des Diplomingenieurs ist das Hochspanungslabor von Prof. Dr.-Ing. Jan Meppelink. "Wir waren 1992 die ersten auf dem ehemaligen Kasernengelände" am Lübecker Ring, erinnert Wilczek an die Hausbesetzung mittels technischen Geräts. Auch diesen Umzug verantwortete der Soester Ingenieur. Hier ist er seither - neben dem Labor für Energieversorgung von Prof. Dr.-Ing. Egon Ortjohann - aktiv am Lehr- und Forschungsbetrieb beteiligt und steuert die ständig anfallenden Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten. Mit Netzmodell und Hochspannungslabor wird Manfred Wilczek wohl nicht mehr umziehen müssen. Der Soester Standort der heutigen Fachhochschule Südwestfalen hat zumindest für die nächsten Jahrzehnte sein glückliches Domizil am Lübecker Ring gefunden. Die nächste Wilczeksche "Großbaustelle" ist eher privater Natur: Ein Klettergerüst für den Enkel steht im Frühling an. Als Jubiläumsgeschenk haben die Kollegen daher für einen Baumarkt-Gutschein gesammelt. "Das werde ich in Holz umsetzen", freute sich der Ingenieur, der heute in Werne wohnt, auf seine neue Aufgabe neben dem laufenden Betrieb am Fachbereich Elektrische Energietechnik. FB EET