Pressemitteilung-Detail

Forschungsprojekt antimikrobielle Resistenzen
Bundesforschungsministerium fördert Forschungsverbund RESET mit 3 Millionen Euro
Soester Fachbereich Agrarwirtschaft beteiligt sich an der Grundlagenforschung zur Entstehung und Verbreitung von mikrobiellen Resistenzen: An dem deutschlandweiten Forschungsprojekt "RESET" sind insgesamt 15 wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt.
Soester Fachbereich Agrarwirtschaft beteiligt sich an der Grundlagenforschung zur Entstehung und Verbreitung von mikrobiellen Resistenzen: An dem deutschlandweiten Forschungsprojekt "RESET" sind insgesamt 15 wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt.
Das Soester Teilprojekt beschäftigt sich mit der Frage, ob Gemüsepflanzen Antibiotikarückstände aus Gülle gedüngten Feldern aufnehmen, ob sich dadurch resistente Krankheitskeime bilden können und welche Risiken dadurch für den Verbraucher entstehen. Prof. Dr. Mechthild Freitag vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft kooperiert dabei mit Prof. Dr. Manfred Grote von der Universität Paderborn, Department Chemie und Prof. Dr. Uwe Rösler von der Freien Universität Berlin, Institut für Tier- und Umwelthygiene.
Das aktuelle Teilprojekt baut auf einer über 10 jährigen Forschungskooperation auf: In vorhergehenden Studien konnten Prof. Dr. Mechthild Freitag (FH Südwestfalen) und Prof. Dr. Manfred Grote (UNI PB) nachweisen, dass Antibiotika entgegen der landläufigen Meinung lange in der Gülle fortbestehen und dort nur teilweise abgebaut werden. Weizenpflanzen nehmen diese Antibiotika über die Wurzel auf und transportieren sie bis in das Getreidekorn. In dem neuen Verbundprojekt werden Anbauversuche mit Weißkohl und Porree durchgeführt. Als Dünger werden mit Antibiotika belastete tierische Exkremente aus der Schweine- und Geflügelhaltung eingesetzt.
Das Teilprojekt wird im Rahmen des neu begründeten, auf drei Jahre angelegten Forschungsverbundes RESET (Resistance in Enterobacteriaceae) durchgeführt. Es besteht aus zehn Verbundpartnern und fünf assoziierten Partnern aus der Human- und Veterinärmedizin, der Grundlagen- und der angewandten Forschung sowie der Epidemiologie. RESET beinhaltet verschiedene ineinander greifende Studien, in denen verschiedenste Faktoren untersucht werden, die mit der Verbreitung neu entstehender Resistenzeigenschaften in Bakterien aus Mensch, Tier und Umwelt zusammenhängen.
Das BMBF fördert den Forschungsverbund mit drei Millionen Euro. Koordiniert wird der Verbund von der Tierärztlichen Hochschule (Hannover). Weitere Partner sind das Bundesinstitut für Risikobewertung (Berlin), die Charité (Berlin), die Freie Universität Berlin, das Friedrich-Loeffler Institut (Neustadt-Mariensee) und das Robert Koch-Institut (Wernigerode).
Besteht bei Antibiotika in organischem Dünger ein Risiko für Verbraucher? In Feldversuchen untersucht Prof. Dr. Mechthild Freitag von der Fachhochschule Südwestfalen, ob Weißkohl und Porree die Antibiotika aufnehmen und ob sich Resistenzen bilden.
Internet:
Reset-Verbund
Uni-Paderborn
Projektleitung:
Tierärztliche Hochschule Hannover, Prof. Dr. Lothar Kreienbrock
Projekt am FB Agrarwirtschaft: Prof. Dr. Mechthild Freitag
Projektbearbeitung:
Dipl. ing. Katharina Grohne
Hintergrund:
Enterobakterien, wie zum Beispiel E. coli und Salmonellen, spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von antimikrobiellen Resistenzen. Resistenzen gegen β-Lactam-Antibiotika und Fluorquinolone (z.B. Amoxicillin, Enrofloxacin) stellen neu auftretende Probleme dar, die die therapeutischen Möglichkeiten der Veterinär- und Humanmedizin dramatisch einschränken. Durch die Kombination epidemiologischer Studien zum Vorkommen resistenter Erreger in verschiedenen Umgebungen (Tier, Mensch, Umwelt) mit der genauen Charakterisierung der Resistenzeigenschaften sowie deren Übertragungsmechanismen ist es möglich, ein umfassendes Bild zur Resistenzlage der untersuchten Erreger zu zeichnen. Ergänzt von Untersuchungen zum Einfluss von Antibiotika, eingesetzt zum Beispiel im Rahmen einer Therapie bei Menschen und Tieren, auf die Entwicklung von Resistenzen werden Empfehlungen zur Verminderung der Resistenzentwicklung erarbeitet, so dass mit diesem Projekt ein Beitrag zur Deutschen Antibiotika-Resistenz-Strategie (DART) geleistet werden kann.