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Forschung mit der Wärmebildkamera
Fachhochschule Südwestfalen schafft Thermografiesystem am Standort Meschede mit Landes-Fördermitteln aus dem Programm „FH-Basis“ an
Meschede. Das hätte mancher Fotograf gerne: Bis zu 178 Bilder pro Sekunde nimmt eine neue Kamera der Fachhochschule Südwestfalen auf. Prof. Dr. Patrick Scheunemann macht damit allerdings keine Urlaubsfotos, sondern beobachtet die Wärmeentstehung und -ausbreitung in technischen Systemen.
Meschede. Das hätte mancher Fotograf gerne: Bis zu 178 Bilder pro Sekunde nimmt eine neue Kamera der Fachhochschule Südwestfalen auf. Prof. Dr. Patrick Scheunemann macht damit allerdings keine Urlaubsfotos, sondern beobachtet die Wärmeentstehung und -ausbreitung in technischen Systemen. Finanziert hat das Thermografiesystem das Land Nordrhein-Westfalen aus dem Förderprogramm „FH-Basis“.
Die Wärmebildkamera der Fachhochschule Südwestfalen dient der anwendungsorientierten Forschung in verschiedenen ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. Einsatzgebiet ist grundsätzlich die berührungslose Messung von Wärmeleitfähigkeit. So können durch Analyse der durch Reibung und Verschleiß erzeugten Wärmesignatur bewegte Maschinenteile optimiert werden.
Anwendungsbereiche ergeben sich zudem in der Qualitätssicherung der Produktion beispielsweise von Faserverbundstoffen für die Automobil- oder Luftfahrtindustrie. Messungen der Wärmeverteilung ermöglichen hier die Erkennung von Fehlern in Werkstoffverbünden, wie Delamination oder Ablösung von Korrosionsschutzschichten.
Denkbar sind aber auch zahlreiche andere Anwendungen wie Schadenserkennung an Bauteilen, Gasdetektion in verfahrenstechnischen Anlagen oder die Optimierung von Verbrennungsprozessen.
„Unsere Aufgabe ist die grundlegende Entwicklung der Messtechnik und die Übertragung auf robustere, einfache Verfahren, die dann in industriellen Lösungen eingesetzt werden können“, berichtet Prof. Dr. Patrick Scheunemann.
Die Entwicklung dieser Verfahren ist nur mit einem Hochleistungsgerät möglich. Bei der neu angeschafften Wärmebildkamera handelt es sich deshalb um ein gekühltes System, das eine thermische Auflösung bis zu 0,02 Kelvin gewährleistet. Die Kamera tastet dabei alle Bildpunkte zeitgleich und nicht wie andere Systeme zeilenweise ab. Die Messung erfolgt zudem berührungslos. Dadurch können feinste Temperaturunterschiede auch bei schnell bewegten Teilen verzerrungsfrei erfasst werden, beispielsweise in einem laufenden Motor.