Pressemitteilung-Detail

Die ökonomische Zukunft der Landwirtschaft
22. Soester Agrarforum diskutierte Chancen und Schwierigkeiten der Globalisierung. Soester Agrarpreis überreicht
Den richtigen thematischen Riecher hatten die Veranstalter des 22. Soester Agrarforums. Vor knapp 800 Besuchern ging es in der Soester Stadthalle um die wirtschaftliche Zukunft der bäuerlichen Unternehmensformen.
Den richtigen thematischen Riecher hatten die Veranstalter des 22. Soester Agrarforums. Vor knapp 800 Besuchern ging es in der Soester Stadthalle um die wirtschaftliche Zukunft der bäuerlichen Unternehmensformen.
„Landwirtschaftlicher Familienbetrieb oder Agrar-AG - Wohin geht der Weg?“, war die Tagung über-schrieben. Für die Erörterung dieser Zukunftsfrage hatte der veranstaltende Soester Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen und der Ehemaligenverband Susatia außergewöhnliche Referenten mit Aneck-Potential gewinnen können. Scheinbar gar nicht in den agrarwirtschaftlichen Kontext passen wollte der Hauptredner Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Vorstand des
Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung. Der Leiter des Instituts für Datenbanken und künstliche Intelligenz an der Universität Ulm sowie Vizepräsident des Ökosozialen Forums Europas entwarf drei mögliche Szenarien zur künftigen Struktur der Landnutzung. Einer ökonomisch wie ökologisch vernünftig geordneten Welt sprach er immerhin eine Wahrscheinlichkeit von 35% zu. Den ökologischen Kollaps hält das Mitglied des „Club of Rome“ mit 15% für eher unwahrscheinlich. Vor dem Hintergrund wachsender Weltbevölkerung und zunehmender spekulativer Geschäfte um Ackerland hält Radermacher einen radikalen sozialen Wandel für am
wahrscheinlichsten ("Brasilianisierung"); die bereits heute in Entwicklungs- und Schwellenländern vorherrschende extreme Ausprägung von arm und reich könnte künftig auch Europa erreichen. Bauern würden hier vermehrt als landlose Tagelöhner arbeiten.
Offensiv ging Landwirt Siegfried Hofreiter mit den Marktmechanismen um: Er berichtete vom Börsengang seines landwirtschaftlichen Betriebes und legte dar, welche Chancen und Entwicklungspotenziale die Kapitalbeschaffung an der Börse biete aber auch, welche Probleme damit verbunden seien. Der Staatssekretär der NRW-Landwirtschaftsministeriums Udo Paschedag stellte anlässlich des Dioxinskandals einen Zehn-Punkte-Plan der Landesregierung zur Verbesserung
der Lebensmittelsicherheit vor. Prof. Dr. Marcus Mergenthaler vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft untersuchte ausländische Direktinvestitionen in die Landwirtschaft anderer Länder nach Chancen und Risiken.
Soester Agrarpreis überreicht
Zu Beginn der traditionellen Jahresauftaktveranstaltung des Soester Fachbereichs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen und des Ehemaligenverband Susatia wurde der mit 1.000 Euro dotierte Soester Agrarpreis an die herausragende Bachelor-Absolventin Katrin Böhmer verliehen. Neben ihrer fachlichen Leistungen, die die Soester Absolventin künftig in der Forschung
einbringen möchte, würdigte Susatia-Vorsitzender Hathumar Rustige ihr soziales Engagement während des Studiums