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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
13.12.2010

Die Zukunft der Landwirtschaft in NRW

Tagung in der Ev. Akademie Villigst unter Beteiligung der FH Südwestfalen behandelte Perspektiven der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP).

Schwerte/Soest. Die Tagung ist Bestandteil des von der Europäischen Union initiierten Dialoges um die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Auf der von mehreren NRW-Institutionen getragenen Tagung ging es nicht nur um die Umgestaltung des Fördersystems sondern auch ebenso um die gesellschaftliche Funktion von Landwirtschaft sowie die Möglichkeiten, verschiedene Zielsetzungen zusammen zu führen.

In Schwerte hatte der nordrhein-westfälische Minister für Klima, Umwelt, Naturschutz, Landwirt-schaft und Verbraucherschutz Johannes Remmel einen seiner ersten öffentlichen Auftritte im Bereich Landwirtschaft. Mit seiner Forderung "öffentliche Gelder für öffentliche Güter" stimmte er mit den meisten Teilnehmern überein. Remmel stellte klar, dass ein „weiter so“ zur Begründung der bis-herigen Transferzahlungen als Strategie für die Reformgestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik nicht zielführend sei. Scharf kritisierte der Minister Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner: Bei der Neugestaltung der Agrarförderprogramme auf europäischer Ebene verspiele Aigner mit ihrem bisherigen strikten Kurs eines Status-Quo-Erhaltes ihre Chancen zur Einflussnahme. Der Agrarbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Dr. Clemens Dirscherl forderte eine gemeinsame europäische Agrarpolitik auf solidarischer Grundlage. In der Eröffnungsrede vor dem neuen NRW-Landwirtschafts-Minister hielt Prof. Dr. Thomas Weyer ein Plädoyer für den Bodenschutz: „In einer Gesellschaft, die vermehrt das ganze Leben ökonomisiert, braucht unsere Lebensgrundlage Boden einen besonderen Schutz. Die einseitige Nutzung der Böden, ohne Rückführung von organischer Substanz, zehrt am Humusgehalt, dem Garant der Bodenfrucht-barkeit. Der Boden muss mit Stroh, Ernteresten und dem Dung der Tiere gefüttert werden, Biogasgülle allein reicht nicht aus“, so der Boden-Experte vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen. Veranstalter der Tagung waren die Landwirtschaftskammer NRW, die Natur- und Umweltschutzakademie NUA NRW, die Evangelische Akademie Villigst, das Zentrum für ländliche Entwicklung NRW ZeLE und die Fachhochschule Südwestfalen.