Pressemitteilung-Detail

Klimaoptimierte Landwirtschaft
Umfassendes Forschungsprojekt der Fachhochschule Südwestfalen prüft nachhaltige Anpassungsstrategien an den Klimawandel und hilft, denCO2-Ausstoß zu verringern.
Wie kann die Landwirtschaft sich an den Klimawandel anpassen und wie kann sie ihre klimaschädi-genden Emissionen reduzieren? Dieser Fragestellungwidmet sich der Soester Fachbereich Agrar-wirtschaft mit einem umfassenden wie praxisorientierten Forschungsvorhaben. Das nachhaltige For- schungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt und hat ein Finanzvolumen von über 814.000,- Euro.
Wie kann die Landwirtschaft sich an den Klimawandel anpassen und wie kann sie ihre klimaschädi-genden Emissionen reduzieren? Dieser Fragestellung widmet sich der Soester Fachbereich Agrarwirtschaft mit einem umfassenden wie praxisorientierten Forschungsvorhaben. Das nachhaltige Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt und hat ein Finanzvolumen von über 814.000,-
Euro.
Um realistischen Vergleichswerte zu erhalten, werden am Versuchsgut Merklingsen der Fachhochschule Südwestfalen und an einem Standort bei Braunschweig drei unterschiedlich ausgerichtete landwirt-schaftliche Betriebe in Form von entsprechenden Großparzellen nachgebildet. Die drei Modell-betriebe wirtschaften in konventioneller Ausrichtung.
Der sogenannte Marktfruchtbetrieb - d.h. ein Betrieb ohne Viehhaltung - arbeitet in enger Raps-fruchtfolge und pflügt zur Gerste und zum Raps. Der Veredlungsbetrieb mit Schweinehaltung arbeitet mit einer Biogasanlage und verzichtet wie praxisüblich bei seiner viergliedrigen Fruchtfolge teilweise auf den Einsatz des Pfluges.
Der optimierte Klimabetrieb - ebenfalls mit Mastschweinen und einer Biogasanlage - federt die infolge des Klimawandels zu erwartenden Anzahl von Kulturen ab. In seiner achtfeldrigen Fruchtfolge wird eine ganzjährige Bodenbedeckung mit Mulchauflage oder Zwischenfrüchten angestrebt, um den Bodenabtrag und Nährstoffverluste durch Erosion zu minimieren.
Im Vergleich zum herkömmlichen Veredlungsbetrieb soll die Eingriffsintensität bei der Bodenbearbeitung weiter minimiert werden. Diese nachhaltig bodenschonende Wirtschaftweise ermöglicht Einsparungen an fossilen Brennstoffen. Außerdem können die Gärrückstände aus der
Biogasanlage wegen der verbesserten Tragfähigkeit des Bodens optimaler ausgebracht werden.
In dem Forschungsvorhaben wird auch untersucht, wie groß die als erheblich angenommenen Einsparungen an N-Mineraldüngermengen, die die CO2-Bilanz in konventionell wirtschaftenden Betrieben belasten, tatsächlich sind. Zusätzlich wird eine Reduktion der Freisetzung des besonders
klimaschädlichen Lachgases (N2O) erwartet.
Das Projekt "Klimaoptimierte Anpassungsstrategien für die Landwirtschaft" wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV) gefördert und durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE) betreut. Von Seiten des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen betreut und leitet Prof. Dr. Bernhard C. Schäfer das breit angelegte Forschungsvorhaben.
Der optimierte Klimabetrieb benötigt innovative Technik: Die Bodenbearbeitung soll bis hin zur Direktsaat eingeschränkt werden; hierfür wurde aus Mitteln des Geräteprogrammes und anteiliger Unterstützung durch die Hochschule eine innovative Direktsaatmaschine erworben. Die sogenannte
Cross-Slot-Maschine stammt aus Neuseeland; in Deutschland sind von dieser Technik bisher lediglich drei Exemplare im Einsatz.
Weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Bernhard C. Schäfer
Fachhochschule Südwestfalen
Fachbereich Agrarwirtschaft
Lübecker Ring 2
59474 Soest
Tel: 02921/378-236
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